08 June 2026, 10:11

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht bestraft zögerliche Löschung von Hetze gegen Soldaten

Strafe von 100.000 Euro

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht bestraft zögerliche Löschung von Hetze gegen Soldaten

Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Vorwürfe gegen einen Soldaten nicht von Facebook entfernt hatte. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen ehrverletzende Behauptungen, in denen der Soldat namentlich und mit Bild als Kriegsverbrecher diffamiert wurde. Das Urteil unterstreicht die Konsequenzen zögerlichen Handelns bei schädlichen Online-Inhalten.

Der Streit begann, als auf Facebook falsche Anschuldigungen gegen einen im Gazastreifen stationierten Soldaten veröffentlicht wurden. Die Beiträge enthielten seinen vollständigen Namen und ein Foto und bezichtigten ihn der Kriegsverbrechen. Am 23. März 2026 ordnete die Pressestrafkammer des Landgerichts Frankfurt Meta an, die Inhalte umgehend zu löschen, und drohte bei Nichtbefolgung finanzielle Sanktionen an.

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Meta kam der Aufforderung jedoch nicht nach. Der Soldat beantragte daraufhin am 8. und 10. April 2026 die Verhängung eines Ordnungsgelds wegen Untätigkeit des Unternehmens. Das Gericht urteilte, dass die Verzögerung von 15 bis 17 Tagen inakzeptabel sei – insbesondere angesichts der Schwere der Vorwürfe und der Verwendung persönlicher Daten des Soldaten.

Zur Verteidigung verwies Meta auf interne Verzögerungen und organisatorische Probleme. Das Gericht hielt jedoch fest, dass diese Erklärungen die Schuld des Unternehmens eher verschärften als entschuldigten. Die am 28. Mai 2026 verhängte Strafe von 100.000 Euro spiegle die Schwere des Verstoßes gegen eine gerichtliche Anordnung sowie den Schaden wider, der durch das Belassen diffamierender Inhalte im Netz entstehe. Die Entscheidung (Aktenzeichen: 2-03 O 128/26) kann innerhalb von zwei Wochen mit einer sofortigen Beschwerde angefochten werden.

Die Strafe dient als deutliche Warnung an soziale Medienplattformen, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und gerichtlich angeordnete Löschungen unverzüglich umzusetzen. Metas Nichteinhaltung führte zu einer empfindlichen Sanktion und unterstreicht die Notwendigkeit schnellen Handelns gegen schädliche Inhalte. Der Fall des Soldaten zeigt zudem, welchen nachhaltigen Schaden falsche Online-Vorwürfe für den Ruf eines Menschen anrichten können.

Quelle