130.000 Geflüchtete verlieren Zugang zu Integrationskursen – Kritik an Bundesregierung wächst
Mia Schmitt130.000 Geflüchtete verlieren Zugang zu Integrationskursen – Kritik an Bundesregierung wächst
Eine neue Regelung blockiert Zehntausenden den Zugang zu Integrationskursen in Deutschland. Die Entscheidung der Bundesregierung stößt auf scharfe Kritik – Experten warnen, dass damit viele Geflüchtete und Asylsuchende ohne dringend benötigte Sprachförderung dastehen. Rund 130.000 Menschen, darunter eine große Zahl Ukrainer:innen, sind nun von der Teilnahme an diesen Programmen ausgeschlossen.
Das Bundesinnenministerium verweigert die Genehmigung für Neueinschreibungen in Integrationskurse. Betroffen sind ukrainische Geflüchtete, Asylbewerber:innen und weitere Personengruppen, die bereits im System sind. Vor den Einschränkungen waren für 2026 etwa 314.000 Kursplätze vorgesehen – 2024 hatten noch 350.000 Personen teilgenommen.
Filiz Polat, stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss, wirft der Regierung vor, den Zugang zu Integrationskursen faktisch abzuschaffen. Die Politik drohe, Jahre der Integrationsarbeit zunichtezumachen. Auch die konservative Union steht in der Kritik, diese Bemühungen aktiv zu untergraben.
Anbieter von Sprachkursen kämpfen bereits mit finanziellen Engpässen aufgrund des plötzlichen Rückgangs der Teilnehmerzahlen. Ohne diese Kurse sinken die Chancen von Geflüchteten auf qualifizierte Beschäftigung deutlich. Fachleute betonen, dass Sprachkenntnisse essenziell für den sozialen Zusammenhalt und eine faire Teilhabe an der Gesellschaft sind.
Sollten die Beschränkungen bestehen bleiben, verlieren 129.500 Menschen die Möglichkeit, an Integrationsprogrammen teilzunehmen. Viele von ihnen sind Ukrainer:innen oder Personen, deren Asylverfahren noch läuft – sie bleiben ohne klare Perspektive, Deutsch zu lernen.
Die Politikänderung gefährdet jahrzehntelange Integrationsarbeit. Ohne Zugang zu Sprachkursen wird es für Geflüchtete schwerer, dauerhafte Arbeitsplätze zu finden oder sich voll in die Gesellschaft einzubringen. Die finanzielle Belastung der Kursanbieter könnte zudem zu weiteren Kürzungen im Angebot führen.






