600 Jahre bayerische Grenztradition: Die Feldgeschworenen feiern ihr Jubiläum
Tim Keller600 Jahre bayerische Grenztradition: Die Feldgeschworenen feiern ihr Jubiläum
600 Jahre bayerische Tradition: Die Feldgeschworenen von Horbach feiern ihr Erbe
Am 23. Mai wurde in Horbach eine 600 Jahre alte bayerische Tradition gewürdigt: die Feldgeschworenen – eine historische Gemeinschaft von Grenzaufsehern – gedachten bei einer feierlichen Zeremonie ihrer langjährigen Aufgabe. Ihre Arbeit zum Schutz von Grundstücksgrenzen lässt sich allein in Langenzenn bis ins Jahr 1426 zurückverfolgen.
Die Feldgeschworenen gelten als die ältesten kommunalen Ehrenamtlichen Bayerns, erstmals urkundlich 1426 in Langenzenn erwähnt. Auf Lebenszeit berufen, verpflichten sie sich zu Unparteilichkeit, Verschwiegenheit und Sorgfalt. Zu ihren Pflichten zählen die Bewahrung von Flurgrenzen sowie die Unterstützung amtlicher Vermessungsbeamter.
Rund 25.000 Feldgeschworene sind bayernweit im Einsatz, viele davon in Franken. Ein zentraler Bestandteil ihrer Tradition ist die Siebener-Gruppe, die mit geheimen Symbolen Grenzsteine kennzeichnet – ein Wissen, das ausschließlich unter den Mitgliedern weitergegeben wird.
Während der Jubiläumsveranstaltung wurde ein Gedenkstein enthüllt. Die ortsansässigen Steinmetze Kai und Oliver Vogel stifteten das Werk und verleihen dem Anlass damit besondere Bedeutung. Nationale Anerkennung erfuhr die Tradition bereits 2006, als sie in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.
Die Feierlichkeiten in Horbach unterstrichen die anhaltende Bedeutung der Feldgeschworenen. Ihre Arbeit bleibt unverzichtbar für die Erhaltung von Grundstücksgrenzen und lokalem Kulturgut. Mit Wurzeln, die sechs Jahrhunderte zurückreichen, bewahren sie bis heute ihre historischen Verantwortungen.






