AfD startet umstrittene "Messer-App" für Berlin – Transparenz oder Angstmache?
Claudia SchmitzAfD startet umstrittene "Messer-App" für Berlin – Transparenz oder Angstmache?
Die Berliner Landesverbands der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ein neues Online-Tool vorgestellt, das Messerangriffe in der Hauptstadt dokumentiert. Die sogenannte "Messer-App" zeigt polizeilich erfasste Vorfälle, Verletzungen sowie eine interaktive Karte der Tatorte an. Die Initiative ist Teil der Wahlkampagne der Partei, die das Thema Messergewalt in den Mittelpunkt rückt.
Kritiker verurteilen das Projekt scharf. Die Linke wirft der AfD vor, gezielt Angst unter den Bürgern schüren zu wollen. Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch waffenbezogene Gewalt nahm zu: 2025 verzeichnete die Statistik einen Anstieg von Schusswaffenstraftaten um 68 Prozent. Trotz dieser Zahlen gehört Berlin zu den wenigen Bundesländern, die die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerdelikten nicht veröffentlichen.
Die AfD behauptet, ihre App erhöhe die Transparenz, indem sie gemeldete Vorfälle und deren Standorte sichtbar mache. Fraktionschefin Kristin Brinker warf der regierenden Koalition vor, Informationen über Gewaltdelikte zu verschleiern. Die Partei argumentiert, ein Abgleich von Polizeimeldungen mit den offiziellen Kriminalstatistiken zeige eine erhebliche Lücke bei den erfassten Fällen.
Die Linke kritisiert den Ansatz der AfD scharf und bezeichnet ihn als Versuch, gezielt Ängste zu schüren. Die App selbst hebt einzelne Fälle hervor – etwa einen terroristischen Messerangriff am Holocaust-Mahnmal im Februar 2025, der zu einer 13-jährigen Haftstrafe führte, oder eine aktuell verhandelte Drogen-related Messerattacke. Umfassende Statistiken zu Verurteilungen oder übergreifenden Trends fehlen jedoch.
Die AfD erhöht weiterhin den Druck auf die Koalitionsregierung, detailliertere Kriminaldaten offenzulegen – darunter auch die Nationalitäten von Tatverdächtigen. Die neue App dient der Partei nun als zentrales Instrument im Kampf gegen die zunehmende Messergewalt. Mit den anstehenden Wahlen dürfte die Debatte über Transparenz und öffentliche Sicherheit weiter an Schärfe gewinnen.






