02 April 2026, 12:19

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, NATO und die Zukunft der Partei

Ein historisches Poster mit einer Karte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit beschrifteten Regionen, Städten und geografischen Merkmalen sowie begleitendem erklärendem Text.

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, NATO und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) auseinander. Lang schwelende Konflikte sind nun offen ausgebrochen, wobei sich Parteimitglieder über das Verhältnis zu den USA, die NATO-Bindung und die Haltung zu Russland uneinig sind. Die internen Machtkämpfe haben tiefe Gräben aufgedeckt, die die Spaltung der Partei weiter vorantreiben.

Im Zentrum des Sturms steht Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, der von einer prorussischen Fraktion um Björn Höcke angegriffen wird. Lucassens westfreundliche Position und seine Warnungen vor russischer Aggression haben ihn innerhalb der eigenen Reihen zur Zielscheibe gemacht.

Die Auseinandersetzungen spitzten sich zu, als Tino Chrupalla, einer der beiden Parteivorsitzenden, den Abzug der US-Truppen aus Deutschland forderte. Seine Forderung löste umgehend Widerspruch aus – insbesondere von Maximilian Krah, AfD-Bundestagsabgeordnetem, der sich öffentlich gegen den Vorstoß stellte. Krah argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner" – eine direkte Herausforderung an Chrupallas Position.

Auch die AfD-Bundestagsfraktion zeigt sich kompromisslos in der Ablehnung von EU-Missionen, etwa der Operation "Aspides" im Golf von Oman. Sowohl Krah als auch Lucassen kritisierten den Einsatz als unnötige Eskalation, woraufhin die Partei Anfang 2024 gegen die Finanzierung und entsprechende Resolutionen stimmte. Doch selbst diese Haltung schafft keine Einheit, da andere Mitglieder für eine engere Anbindung an die USA plädieren.

Die internen Spannungen entluden sich weiter, als Hannes Gnauck, ein weiterer Verteidigungsexperte der Partei, eine Pressemitteilung verfasste, die im Iran-Konflikt die USA unterstützte. Parteiführende verhinderten die Veröffentlichung. Unterdessen warf Lucassen Höckes Flügel vor, ihn wegen seiner NATO-freundlichen Haltung und seiner Warnungen vor der russischen Bedrohung für Osteuropa loswerden zu wollen.

Die Krise der Partei vertieft sich zudem durch Martin Sellners umstrittene "Remigrations"-Pläne. Während einige AfD-Mitglieder eine klare Distanzierung fordern, ist es den Vorsitzenden Chrupalla und Alice Weidel nicht gelungen, sich glaubwürdig abzugrenzen. Die Pläne sind zu einer politischen Hypothek geworden und belasten den Zusammenhalt der Partei zusätzlich.

Die Außenpolitik war seit Gründung der AfD ein Zankapfel, doch die aktuelle Krise markiert einen Tiefpunkt. Forderungen nach dem Abzug US-amerikanischer Truppen, die Ablehnung von EU-Verteidigungsmissionen und die Konflikte um Russland haben die Partei gespalten – manche warnen bereits vor einer möglichen Spaltung.

Nun steht die AfD vor einer entscheidenden Nagelprobe. Die Führung muss zwischen widerstreitenden Forderungen lavieren: Der eine Flügel drängt auf stärkere Bindung an die USA, der andere auf Truppenzug und Annäherung an Russland. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Partei zusammenhalten kann – oder an ihren inneren Widersprüchen zerbricht.

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Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Beruhigung der Lage. Schlüsselfiguren wie Lucassen und Krah wehren sich gegen den Druck der prorussischen Fraktion. Die künftige Ausrichtung der AfD bleibt ungewiss.

Quelle