27 March 2026, 14:21

Apothekenreform: Streit um Gebühren, PTA-Rechte und Online-Konkurrenz

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Apothekenreform: Streit um Gebühren, PTA-Rechte und Online-Konkurrenz

Apothekenreform entfacht neue Debatte unter Politikern und Branchenexperten

Die geplante Apothekenreform in Deutschland sorgt für erneute Diskussionen zwischen Politik und Fachleuten. Kritiker bemängeln, dass zentrale Punkte wie die geplante Erhöhung der Festgebühr auf 9,50 Euro im aktuellen Entwurf fehlen. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Zukunft von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) und der wachsenden Konkurrenz durch Online-Apotheken.

Die Reform, bekannt als Apothekenreformgesetz (ApoVWG), zielt darauf ab, die Kompetenzen von PTA innerhalb bestehender Apotheken zu stärken, um die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum zu verbessern. In den Verhandlungen 2026 wurde jedoch die Möglichkeit eigenständiger PTA-geführter Apotheken – ein Modell, das in anderen europäischen Ländern bereits existiert – nicht thematisiert.

Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU, fordert gleiche Regeln für Online- und Präsenzapotheken. Er pocht auf strengere Vorgaben zur Kühlkette und Dokumentation für alle Anbieter. Zudem unterstützt er die Forderung nach einer Erhöhung der Festgebühr auf 9,50 Euro, da dies seiner Meinung nach entscheidend ist, um die Existenz lokaler Apotheken zu sichern.

Die Apothekerin und bayerische Landtagsabgeordnete Carolina Trautner teilt diese Sorgen. Sie warnt, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten und übermäßige Bürokratie die Arzneimittelversorgung gefährden könnten. Sowohl Trautner als auch Seidenath betonen, wie wichtig starke Apotheken sind, um eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten – besonders angesichts der wachsenden Online-Konkurrenz.

Bernd Stocker, Regionalverkaufsleiter beim Pharmagroßhändler Noweda, weist auf ein weiteres Problem hin: Immer weniger junge Menschen seien bereit, Apotheken zu übernehmen, insbesondere in ländlichen Regionen. Ohne finanzielle Anreize oder klarere Regelungen bleibe die Zukunft der lokalen Arzneimittelversorgung ungewiss.

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Der aktuelle Reformentwurf sieht weder die geplante Gebührenerhöhung vor noch regelt er eigenständige PTA-Apotheken. Politiker und Branchenvertreter fordern weiterhin Nachbesserungen, um faire Wettbewerbsbedingungen und eine verlässliche Arzneimittelversorgung zu sichern. Die Ergebnisse dieser Debatten werden die Apothekenlandschaft in Deutschland in den kommenden Jahren prägen.

Quelle