Avignon-Festival feiert koreanische Kunst als erste asiatische Gastsprache
Niklas MeyerAvignon-Festival feiert koreanische Kunst als erste asiatische Gastsprache
Das 80. Avignon-Festival hat Koreanisch als offizielle Gastsprache gewählt – zum ersten Mal wird damit eine asiatische Sprache in dieser Form geehrt. Vom 4. bis 25. Juli präsentiert das Festival neun Werke von sieben koreanischen Künstlern. Festivalleiter Tiago Rodrigues betonte die Tiefe und Kraft der koreanischen Darstellenden Künste sowie die Einzigartigkeit der Sprache als zentrale Gründe für die Auswahl.
Das koreanische Programm des Festivals bietet ein breites Spektrum an Aufführungen. Koo Ja-ha zeigt drei Stücke: Kuckuck, Die Geschichte des koreanischen Westtheaters und Haribo Kimchi. Daneben stehen Lee Kyung-sungs Inselgeschichte, Lee Jin-yeobs Mulji und Lee Jar-rams Schnee, Schnee, Schnee auf dem Spielplan.
Zeitgenössischen Tanz vertritt Her Sung-im mit 1 Grad Celsius, einer Choreografie zu Umweltthemen. Das experimentelle Stück KIN: Yeonhee Project 1 von Liquid Sound ergänzt das Programm um eine weitere avantgardistische Facette. Zudem bietet eine szenische Lesung von Han Kangs Wir trennen uns nicht, interpretiert von Lee Hye-young, eine literarische Perspektive.
Das koreanische Programm entsteht in Zusammenarbeit mit dem Korea Arts Management Service und dem Seoul Performing Arts Festival. Diese Partnerschaft ermöglicht eine vielseitige Mischung aus Theater, Tanz und multimedialen Werken für ein internationales Publikum.
Die Fokussierung auf koreanische Kunst unterstreicht deren wachsenden globalen Einfluss. Mit neun unterschiedlichen Produktionen bietet das Festival eine seltene Gelegenheit, zeitgenössische koreanische Kultur in Frankreich zu erleben. Die Wahl des Koreanischen als Gastsprache setzt zudem einen Präzedenzfall für künftige Ausgaben des Avignon-Festivals.






