Bayern stoppt Neueinstellungen von Lehrkräften trotz wachsender Schülerzahlen
Niklas MeyerBayern stoppt Neueinstellungen von Lehrkräften trotz wachsender Schülerzahlen
Bayerns Landesregierung stellt keine neuen Lehrkräfte für das Schuljahr 2026/27 ein – trotz steigender Schülerzahlen. Die Entscheidung stößt beim Bayerischen Philologenverband (bpv) auf scharfe Kritik, der vor einer weiteren Verschlechterung der Bedingungen an Schulen warnt. Statt neuer Stellen setzt das Bildungskonzept von Kultusministerin Markus Blume auf bestehende Ressourcen und mehr Flexibilität vor Ort.
Der bpv wirft der Staatsregierung vor, die wachsenden Klassenstärken und die zunehmende Arbeitsbelastung der Lehrkräfte zu ignorieren. Benedikt Karl, stellvertretender bpv-Vorsitzender, warnt, der Einstellungsstopp führe zu weniger Unterrichtsstunden und einer noch größeren Belastung für die Pädagogen. Besonders betroffen seien Gymnasien und Berufliche Oberschulen, wo die Herausforderungen am größten seien.
Gleichzeitig lobt der Verband mit einem neuen Preis vorbildliche Teamarbeit an Schulen aus. Der unter dem Motto "Gemeinsam handeln" vergebene Award zeige Anerkennung für Einrichtungen, in denen Schulleitung, Personalvertretungen und Lehrkräfte besonders gut zusammenarbeiten. Bewerben können sich sowohl langjährig etablierte Modelle als auch neuere Initiativen aus dem laufenden Schuljahr 2025/26.
Die vom Kultusministerium für 2026/27 geplanten Maßnahmen setzen vor allem auf die optimale Nutzung des bestehenden Personals und mehr lokale Gestaltungsmöglichkeiten. Kritiker halten diesen Ansatz jedoch für unzureichend, um den grundsätzlichen Lehrkräftemangel zu beheben.
Ohne zusätzliche Stellen müssen Bayerns Schulen nun mit dem aktuellen Personal auskommen. Zwar soll der bpv-Preis gelungene Zusammenarbeit sichtbar machen – doch die fehlenden Neueinstellungen lassen viele um die Qualität der Bildung fürchten. Unabhängig überprüfbare Daten zu Lehrkräftezahlen und Schülerentwicklungen liegen weiterhin nicht vor.






