Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe und Goldschakale freigegeben – was das bedeutet
Tim KellerLandtag gibt grünes Licht für leichteres Wolfjagen in Bayern - Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe und Goldschakale freigegeben – was das bedeutet
Der bayerische Landtag hat eine umfassende Reform des Jagdrechts verabschiedet, die Wölfe und Goldschakale als jagdbare Wildarten einstuft. Die umstrittenen Änderungen umfassen auch angepasste Jagdzeiten und erweiterte Befugnisse für ortsansässige Jäger zur Bejagung. Nach monatelangen hitzigen Debatten erhielt der Gesetzentwurf die Zustimmung von CSU, Freien Wählern und AfD.
Der Reformprozess begann bereits 2023, als Wölfe und Goldschakale erstmals als bejagbare Arten eingestuft wurden. Laut Angaben des Landesamts für Umwelt lag der Wolfsbestand in Bayern Ende 2025 stabil bei etwa 80 bis 100 Tieren in 19 bis 25 Rudeln. Dennoch erlaubt das neue Gesetz nun eine vereinfachte Entnahme von Wölfen zum Schutz von Nutztieren wie Schafen.
Das Gesetz überträgt zudem die Verantwortung für Bejagungspläne an lokale Jäger und Grundbesitzer. Zwar bleiben die Grundquoten für Rehwild bestehen, doch können die Behörden eingreifen, falls Bestände falsch bewirtschaftet werden. Eine weitere wichtige Neuerung verlegt die Jagdzeit auf Rehkitze auf Mitte April – eine Anpassung an den früheren Frühlingsbeginn in vielen Regionen.
Die Reform spaltete die Regierungskoalition tief. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geriet wiederholt mit Agrarministerin Michaela Kaniber aneinander, bevor im September ein Kompromiss gefunden wurde. Die Grünen lehnten den Entwurf komplett ab, während sich die SPD der Stimme enthielt. Umweltverbände wie der Bund Naturschutz warnten, dass gelockerte Jagdregeln Lawinen, Überschwemmungen und die Wasserqualität verschlimmern könnten.
Das Gesetz erlaubt nun auch die Tötung kranker Tiere aus Artenschutzgründen und räumt Jägern mehr Freiraum bei der Wildtierbewirtschaftung ein. Befürworter argumentieren, es finde eine ausgewogene Abwägung zwischen Naturschutz und praktischen Erfordernissen statt, während Kritiker ökologische Folgen befürchten. Die Änderungen treten sofort in Kraft; die Umsetzung obliegt den lokalen Behörden.






