09 June 2026, 14:14

BMW setzt auf E-Autos – doch das deutsche Schienennetz bremst die Logistik aus

BMW nutzt den Medway-Bahnservice für Fahrzeugtransporte

BMW setzt auf E-Autos – doch das deutsche Schienennetz bremst die Logistik aus

Europäische Autobauer drängen auf mehr Güterverkehr per Bahn – während Deutschlands Transportnetz mit anhaltenden Verzögerungen kämpft

Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem BMW die Produktion von Elektrofahrzeugen in seinem Werk Regensburg ausbaut. Gleichzeitig laufen in ganz Deutschland Modernisierungen der Schieneninfrastruktur, um Staus zu verringern und die Effizienz zu steigern.

Im April vergangenen Jahres hatten die Häfen Antwerpen und Zeebrugge ihre Aktivitäten unter einer gemeinsamen Dachgesellschaft gebündelt. Ziel der Fusion war es, die Logistik für Fahrzeugtransporte zu optimieren. Medway, eine Tochtergesellschaft von MSC, betreibt seitdem zweimal wöchentlich Zugverbindungen zwischen den fusionierten Häfen und transportiert dabei Autos und Komponenten.

Das BMW-Werk in Regensburg spielt eine zentrale Rolle beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Seit November vergangenen Jahres wird dort der iX1 gefertigt – ein rein elektrisches SUV –, parallel zu den Modellen mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb. Am Standort entstehen zudem der X1, der X2 und die 1er-Reihe, einschließlich ihrer Plug-in-Hybrid-Varianten. Zur Unterstützung der E-Fahrzeugproduktion werden vor Ort auch Batterien gefertigt.

Der Automobilhersteller hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Jedes dritte Fahrzeug, das in den bayerischen Werken – darunter Regensburg – vom Band rollt, soll vollständig elektrisch sein. Dieser Vorstoß zur Elektrifizierung erfolgt jedoch zu einer Zeit, in der das deutsche Schienennetz mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat. 2022 kündigte die Deutsche Bahn ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 13,6 Milliarden Euro an, das 1.800 Kilometer Gleise, 140 Brücken und 800 Bahnhöfe umfasst, um das System zu modernisieren und Engpässe abzubauen.

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Trotz dieser Maßnahmen haben Autobauer weiterhin Schwierigkeiten, ausreichend Frachtkapazitäten auf der Schiene zu sichern. Verzögerungen und begrenzte Kapazitäten zwingen einige dazu, nach alternativen Transportlösungen zu suchen – was die ohnehin bereits stark belastete Infrastruktur weiter unter Druck setzt.

Die Fusion der Häfen Antwerpen und Zeebrugge hat die Transportverbindungen für die Fahrzeuglogistik verbessert. Das BMW-Werk in Regensburg steigert weiterhin die Produktion von Elektrofahrzeugen, unterstützt durch die hauseigene Batteriefertigung. Doch während die Bahnmodernisierungen noch laufen und die Nachfrage nach Frachtkapazitäten steigt, müssen die Autobauer weiterhin mit anhaltenden Störungen im deutschen Transportsystem umgehen. Der Erfolg dieser Bemühungen wird die Zukunft der Fahrzeugverteilung in Europa maßgeblich prägen.

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