Brandenburgs Cannabis-Reform scheitert: Schwarzmarkt wächst trotz Legalisierung
Niklas MeyerBrandenburgs Cannabis-Reform scheitert: Schwarzmarkt wächst trotz Legalisierung
Brandenburgs Cannabis-Legalisierungsexperiment stößt auf wachsende Kritik
Die Teillegalisierung von Cannabis in Brandenburg sieht sich zunehmend mit Vorbehalten seitens der Landesbehörden konfrontiert. Seit April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland die Droge unter strengen Auflagen besitzen und konsumieren – doch aktuelle Daten deuten darauf hin, dass die Reform den illegalen Handel nicht eingedämmt hat. Stattdessen verzeichnen die Behörden einen Anstieg der Schwarzmarktaktivitäten sowie eine Zunahme von Verkehrsdelikten unter Cannabiseinfluss.
Die teilweise Freigabe trat am 1. April 2024 in Kraft und erlaubt Volljährigen ab 18 Jahren den Anbau und Konsum von Cannabis in begrenzten Mengen. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen zudem nicht-kommerzielle Anbauvereine – jeder mit bis zu 500 Mitgliedern – die Droge ausschließlich für ihre registrierten Nutzer anbauen und verteilen.
Bisher wurden in Brandenburg 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge befinden sich in Prüfung. Landesinspektoren führten 26 Kontrollen in den Clubs durch, dabei wurden jedoch keine Verstöße oder Bußgelder festgestellt. Dennoch argumentiert Innenminister Jan Redmann (CDU), das legale Angebot decke die Nachfrage nicht. Der Schwarzmarkt bleibe stark, ja profitiere sogar von der neuen Regelung, indem er seine Vertriebsnetze für härtere Drogen ausbaue.
Auch die Verkehrssicherheitsstatistiken geben Anlass zur Sorge. 2025 stieg die Zahl der Unfälle unter Cannabiseinfluss leicht auf 119 (2024: 115). Deutlich stärker fiel der Anstieg der Verdachtsfälle auf Drogenfahrten aus: Hier gab es mit 1.727 Vorfällen einen Zuwachs von 31,5 % im Vergleich zu 1.313 im Vorjahr.
Als Reaktion beschloss die CDU-Landesversammlung im Februar, die Legalisierung rückgängig zu machen. Parteimitglieder begründeten dies mit dem Scheitern der Reform, den illegalen Handel einzudämmen, sowie der unbeabsichtigten Stärkung krimineller Netzwerke.
Das aktuelle System erlaubt zwar den privaten Anbau und die vereinsbasierte Abgabe, doch Kritiker monieren, dass es den illegalen Verkauf nicht verringert habe. Angesichts steigender Verkehrsdelikte im Zusammenhang mit Cannabis und eines nach wie vor aktiven Schwarzmarkts gerät die Brandenburgische Landesregierung nun unter Druck, das Gesetz zu überprüfen. Der Vorstoß der CDU für eine Abschaffung spiegelt die breiten Zweifel an der Wirksamkeit der Regelung wider.






