08 June 2026, 14:14

Bundesregierung verschleiert tatsächlichen Zuckerrückgang in Erfrischungsgetränken

Wie das Landwirtschaftsministerium den Zuckerfortschritt schön berechnet hat

Bundesregierung verschleiert tatsächlichen Zuckerrückgang in Erfrischungsgetränken

Bundeslandwirtschaftsministerium übertreibt Zuckerrückgang in Erfrischungsgetränken

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gab kürzlich bekannt, der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken sei zwischen 2018 und 2024 um 15 Prozent gesunken. Doch ein interner Bericht zeigt: Tatsächlich betrug die Reduktion nur 9,1 Prozent – was Zweifel an der Richtigkeit der offiziellen Mitteilung aufkommen lässt. Die Diskrepanz wird bekannt, während die Regierung die Einführung einer Zuckersteuer ab 2028 vorbereitet, die jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen soll.

In der Pressemitteilung des Ministeriums wurde zwar ein Rückgang um 15 Prozent hervorgehoben, doch blieb unklar, dass sich diese Zahl lediglich auf den gewichteten Durchschnitt der meistverkauften Getränke bezog. Das Max Rubner-Institut, das die Untersuchung durchführte, wies darauf hin, dass die Stichprobe aus dem Jahr 2018 kleiner ausfiel – was die Aussagekraft der 15-Prozent-Angabe infrage stellt. Selbst dann betraf die Verringerung nicht alle Getränke, sondern nur die als marktrelevant eingestuften Produkte.

Bei gezuckerten Erfrischungsgetränken gab es im Sechsjahreszeitraum überhaupt keine nennenswerte Veränderung des Zuckergehalts. Im Gegenteil: Getränke in kindgerechten Verpackungen enthielten 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als noch 2019. Selbst Experten des Ministeriums räumten ein, dass die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie gemischte Ergebnisse brachte – mit keinen spürbaren Fortschritten über die verschiedenen Produktkategorien hinweg.

Um den hohen Zuckerkonsum einzudämmen, plant die Regierung eine gestaffelte Steuer ab 2028. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei. Bei einem Gehalt von fünf bis acht Gramm soll eine Abgabe von 26 Cent pro Liter fällig werden, während stark gezuckerte Produkte mit 32 Cent belastet werden. Branchenverbände leisten jedoch bereits Widerstand gegen die Pläne.

Die Zuckersteuer soll 2028 in Kraft treten und voraussichtlich jährlich 450 Millionen Euro einbringen. Doch trotz der behördlichen Bekundungen bleibt die tatsächliche Zuckerreduktion bescheiden – besonders bei Getränken, die sich an Kinder richten. Während die Opposition aus der Zucker- und Getränkeindustrie wächst, hält die Debatte über die Wirksamkeit der Steuer an.

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