Deutsche Bahn droht mit Streichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz
Niklas MeyerMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn droht mit Streichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz
Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in Bayern streichen – marodes Schienennetz als Grund
Die Deutsche Bahn erwägt die Streichung von Zugverbindungen in Bayern aufgrund des zunehmend maroden Schienennetzes in der Region. Eine offizielle Bestätigung der Kürzungen steht zwar noch aus, doch das Unternehmen kündigte an, bis Anfang nächster Woche eine Entscheidung bekannt zu geben. Jahre der Unterfinanzierung haben die Infrastruktur in einen desolaten Zustand versetzt – mit vollständigen Sanierungen wird erst in einem Jahrzehnt gerechnet.
Die möglichen Streichungen wurden nach einem Gespräch zwischen DB-Chefin Evelyn Palla und dem CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner bekannt. Baumgärtner bestätigte im Anschluss, dass Serviceeinschränkungen geprüft würden. Unterdessen versprach Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), Streckensperrungen zu verhindern, und schloss eine längerfristige Schließung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 aus.
Das bayerische Schienennetz leidet seit langem unter Vernachlässigung – für eine vollständige Erneuerung werden mindestens weitere zehn Jahre veranschlagt. Als Reaktion kündigte die Landesregierung ihr Programm "Mobilitätswende" an, das Mittel für Gleissanierungen, Bahnhofsmodernisierungen und digitale Signaltechnik – insbesondere auf Regionalstrecken – vorsieht. Konkrete Pläne für die nächsten zwei Jahre blieben jedoch in den öffentlichen Stellungnahmen Anfang 2026 vage.
Philipp Nagl, Chef von DB Infrago, schlug vor, die Trassenvergabe anzupassen, um Kapazitäten und Servicequalität besser in Einklang zu bringen. Auch die Grünen forderten den Freistaat auf, die Bahnfinanzierung deutlich aufzustocken, und erhöhten damit den Druck auf schnellere Fortschritte.
Die endgültige Entscheidung der Deutschen Bahn über mögliche Streichungen soll bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche fallen. Falls umgesetzt, würden die Kürzungen die Folgen jahrelanger Investitionsstaus schonungslos offenlegen. Die Modernisierungsbemühungen der Landesregierung zielen zwar auf eine Lösung der Probleme ab – doch bis zur vollständigen Erholung des Netzes wird es Jahre dauern.