Deutsches BIP wächst 2026 um 0,3 Prozent – doch Materialengpässe bremsen die Industrie
Claudia SchmitzDeutsches BIP wächst 2026 um 0,3 Prozent – doch Materialengpässe bremsen die Industrie
Die deutsche Wirtschaft zeigte zu Beginn des Jahres 2026 ein moderates Wachstum: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Treibende Kräfte waren höhere private und öffentliche Ausgaben sowie eine Belebung der Exporte. Dennoch kämpfen einige Branchen weiterhin mit Materialengpässen.
Laut offiziellen Zahlen legte das BIP im ersten Quartal 2026 gegenüber den letzten drei Monaten des Vorjahres um 0,3 Prozent zu. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Anstieg im Jahresvergleich ebenfalls 0,3 Prozent. Der Aufschwung wurde sowohl von der Konsumnachfrage als auch von der Exporttätigkeit getragen.
Materialknappheit bleibt jedoch für bestimmte Sektoren ein Problem. Im April 2026 gaben 13,8 Prozent der Industrieunternehmen an, Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohstoffen zu haben – ein Anstieg gegenüber nur 5,8 Prozent im Januar. Besonders betroffen war die chemische Industrie, wo 31,1 Prozent der Hersteller von Engpässen berichteten. Auch die Gummi- und Kunststoffproduzenten litten unter Lieferproblemen: 22,9 Prozent der Unternehmen waren betroffen. In der Elektroindustrie meldeten 17,2 Prozent der Betriebe ähnliche Schwierigkeiten, in der Maschinenbaubranche waren es 14,8 Prozent.
Die aktuellen BIP-Zahlen deuten auf eine stetige, aber verhaltene Erholung der deutschen Wirtschaft hin. Zwar kehrt das Wachstum zurück, doch Materialengpässe belasten weiterhin wichtige Industriebereiche. Die Unterschiede zwischen den Sektoren zeigen, dass die Lieferketten trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Fortschritts weiterhin unter Spannung stehen.






