16 March 2026, 14:14

EVP-Skandal: Geheime Chats mit Rechtsextremen entfachen neue Migrationsdebatte

Eine Gruppe von Polizeibeamten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße und einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite, mit Bäumen, Verkehrsampeln, Flaggen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Söder sieht keine Bedrohung für die EVP-Feuersperre gegen die AfD nach Chat-Kontroverse - EVP-Skandal: Geheime Chats mit Rechtsextremen entfachen neue Migrationsdebatte

Ein geleakter Chatverlauf mit Beteiligung der Europäischen Volkspartei (EVP) und rechtsextremer Gruppen hat eine neue Kontroverse ausgelöst. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aufdeckte, arbeiteten EVP-Mitglieder trotz offizieller Dementis bei der Migrationspolitik mit Rechtsextremen zusammen. Die Enthüllungen setzen die Parteiführung unter Druck, den offensichtlichen Widerspruch zu erklären.

Die EVP hatte stets betont, eine strikte "Brandmauer" gegen die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kräften aufrechtzuerhalten. Noch Ende 2025 hatte Fraktionschef Manfred Weber erklärt, eine "strukturierte Kooperation mit rechtsextremen Parteien" komme "nicht infrage". Doch die dpa-Recherchen zeigen: Bereits Anfang 2026 nahmen EVP-Vertreter – darunter auch Mitarbeiter – an WhatsApp-Gruppen teil und trafen sich mit der AfD, um verschärfte Migrationsgesetze auszuarbeiten.

CSU-Chef Markus Söder nannte die Erkenntnisse "ziefst beunruhigend". Er betonte, die Haltung seiner Partei, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, bleibe unverändert. Söder verwies dabei auf eine Stellungnahme Webers, der angab, von der Chatgruppe nichts gewusst zu haben, und die Verantwortung auf einzelne Mitarbeiter schob.

Weber soll Söder zugesichert haben, solche Vorfälle künftig zu verhindern. Er kündigte strengere Kontrollen an, um die Einhaltung der öffentlichen Linie der EVP gegen rechtsextreme Kooperationen zu gewährleisten.

Die geleakten Nachrichten haben die Debatte über die wahre Haltung der EVP zur Zusammenarbeit mit extremistischen Kräften neu entfacht. Kritiker werfen der Partei vor, die Enthüllungen untergrüben ihre wiederholten Bekundungen, eine klare Trennlinie zu ziehen.

Der Skandal offenbart eine Kluft zwischen den öffentlichen Aussagen der EVP und ihrem internen Handeln. Webers Eingeständnis, dass Mitarbeiter ohne sein Wissen agierten, wirft Fragen nach den internen Kontrollmechanismen auf. Unterdessen wachsen die Forderungen nach mehr Transparenz über die legislativen Bündnisse der Partei.

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