17 March 2026, 18:19

Falschmeldung über Gruppenvergewaltigung nach dem Oktoberfest entlarvt

Schwarzer und weißer Plakat mit der Aufschrift "Vergewaltigung auf Vergewaltigung oder die Gerechtigkeit in ihrer eigenen Falle" in fetter schwarzer Schrift, wahrscheinlich Ankündigung einer Comedy-Show.

Falschmeldung über Gruppenvergewaltigung nach dem Oktoberfest entlarvt

Ein Artikel von Truth24 aus dem Jahr 2017 behauptete, eine afrikanische Gruppe habe nach dem Oktoberfest in München eine Gruppenvergewaltigung begangen. Die Geschichte verbreitete sich rasant auf Facebook und wurde über 1.700 Mal geteilt. Offizielle Unterlagen erzählen jedoch eine andere Geschichte.

Der Truth24-Bericht stützte sich auf eine Mitteilung der Münchner Polizei zu einem sexuellen Übergriff auf eine 30-jährige US-Amerikanerin. Diese gab später an, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können, und lehnte eine medizinische Untersuchung ab. Vor ihrer Abreise in die USA verweigerte sie jede weitere Zusammenarbeit mit den Behörden.

Die Staatsanwaltschaft München fand keine Beweise für eine Vergewaltigung oder den Versuch einer Gruppenvergewaltigung. Die in dem Fall identifizierten Verdächtigen wurden wegen unklarer Umstände wieder auf freien Fuß gesetzt und nie inhaftiert.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik von 2017 zeigte, dass keine einzelne Nationalität unter den Tatverdächtigen bei Gruppenvergewaltigungen dominierte. Zwar waren 54,8 % der Verdächtigen nicht deutscher Herkunft, doch fast die Hälfte war deutsch. Die Behauptung, Afrikaner oder Muslime seien die Haupttäter gewesen, fand in den offiziellen Daten keine Grundlage.

Seit 2018 werden Gruppenvergewaltigungen nach einer Reform des Sexualstrafrechts nicht mehr gesondert erfasst. Die Kategorie "Übergriffsvergewaltigungen" existiert in der Polizeistatistik nicht, obwohl bei "vergewaltigungsähnlichen Übergriffen" durch Einzelpersonen 54,9 % der Verdächtigen Deutsche waren.

Der Truth24-Artikel enthielt unbelegte Behauptungen über Gruppenvergewaltigungen und die Nationalität der Täter. Keine offiziellen Statistiken oder Ermittlungen stützen die These, dass Afrikaner oder Muslime überproportional verantwortlich gewesen seien. Der zitierte Fall führte zu keinen Anklagen, und die mangelnde Kooperation der Frau ließ den Vorfall ungeklärt.

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