Flächennutzung in Deutschland: Siedlungen und Solarparks verdrängen Ackerland
Claudia SchmitzFlächennutzung in Deutschland: Siedlungen und Solarparks verdrängen Ackerland
Deutschlands Flächennutzung verändert sich: Siedlungen, Verkehr und erneuerbare Energien expandieren
Neue Zahlen zeigen, dass mittlerweile 14,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands für Siedlungen, Verkehrsprojekte und erneuerbare Energien genutzt werden. Gleichzeitig bedeckt landwirtschaftliche Fläche zwar noch mehr als die Hälfte des Landes, doch der Druck wächst, Äcker für Bauvorhaben und Solarparks umzuwidmen.
Zwischen 2020 und 2023 gingen in Deutschland täglich durchschnittlich 51 Hektar Fläche für Bauprojekte und Infrastruktur verloren. Siedlungen und Städte nehmen inzwischen 9,5 Prozent der Landesfläche ein, Verkehrsnetze weitere 5,1 Prozent. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Freiflächen-Photovoltaikanlagen – was die verfügbare Fläche zusätzlich verknappt.
Die Landwirtschaft bleibt mit 50,3 Prozent der Staatsfläche der dominierende Nutzungszweck, Gewässer machen lediglich 2,3 Prozent aus. Doch der Bund treibt den Wohnungsbau voran und hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Ausnahmen von Planungsvorschriften ermöglichen soll. Damit soll der Bau beschleunigt werden, doch die Länder wehren sich gegen den Verlust von Ackerland.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar zu senken. Dennoch wies sie kürzlich Bedenken der Länder gegen die Bauexpansion zurück – ein Zeichen dafür, dass die Entwicklung Vorrang vor dem Flächenschutz hat.
Die Spannung zwischen Wachstum und Naturschutz wird sich weiter verschärfen. Angesichts des Wohnraumbedarfs und des Ausbaus erneuerbarer Energien könnten landwirtschaftliche Flächen weiter schrumpfen. Um das 2030-Ziel zu erreichen, wären strengere Auflagen nötig, um die Umwidmung von Flächen zu bremsen.






