Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe erklärt
Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, das maßgeschneiderte Herren-Schneiderhandwerk sowie die Martinsumzüge im Rheinland. Vertreter der Kulturpolitik betonten, wie diese Bräuche Gemeinschaften verbinden und eine geteilte Identität bewahren.
Zu den Neuzugängen gehören außerdem die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee. Damit reiht sich die Liste in 173 weitere lebendige Traditionen ein, die bundesweit anerkannt sind.
Die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gaben die Ergänzungen bekannt. Vorschläge durchlaufen zunächst den Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission, bevor sie in einem mehrstufigen Prüfverfahren ausgewählt werden.
Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Familienministerin von Rheinland-Pfalz, unterstrich, dass immaterielles Kulturerbe dann gedeiht, wenn Menschen Traditionen aktiv lebendig halten. Tägliche Teilhabe und gemeinschaftliche Gestaltung sicherten ihren Fortbestand, so Binz. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete die Traditionen als die "lebendige Wurzel" der heutigen kulturellen Identität Deutschlands.
Die neuen Eintragungen spiegeln vielfältige kulturelle Ausdrucksformen wider: Die Bolzplatzkultur, also der Straßenfußball, findet sich nun neben dem Handwerk der Maßschneider (Herrenschneiderhandwerk) im Verzeichnis. Auch die rheinische Martinsbräuche mit ihren Laternenumzügen wurden aufgenommen. Die Schaustellertradition auf Volksfesten sowie der traditionelle Fischfang in der Ostsee und den Boddengewässern ergänzen die Liste.
Deutschland hatte 2013 das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes ratifiziert. Der 2003 in Paris beschlossene Vertrag zählt mittlerweile 185 Mitgliedstaaten. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erläuterte, dass dieses Erbe dort entsteht, wo Menschen sich austauschen, Wissen teilen und Praktiken gemeinsam gestalten. Das nationale Verzeichnis ehrt Traditionen, die kreativ, inklusiv und im Wandel begriffen sind.
Das aktualisierte Register umfasst nun 173 anerkannte Kulturformen. Diese reichen von Handwerkstechniken über Feste bis hin zu lokalen Bräuchen, die Gemeinschaften weitergeben. Die Verantwortlichen betonten, wie entscheidend die aktive Mitwirkung ist, um die Traditionen für kommende Generationen lebendig und bedeutsam zu halten.






