Kirchenaustritte in Bayern sinken 2025 – doch der Schwund bleibt dramatisch
Niklas MeyerBischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Kirchenaustritte in Bayern sinken 2025 – doch der Schwund bleibt dramatisch
Aus der katholischen Kirche in Bayern sind im Jahr 2025 weniger Menschen ausgetreten als in den Vorjahren – das zeigen aktuelle Zahlen. Die rückläufige Austrittswelle wird von Kirchenvertretern als positives Signal gewertet. Dennoch verzeichnen sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in der Region weiterhin deutliche Mitgliederverluste.
Im Jahr 2025 verließen 81.852 Menschen offiziell die katholische Kirche in Bayern – das sind 5.300 weniger als 2024 und damit eine leichte Verbesserung. Erzbischof Herwig Gössl aus Bamberg deutete den Rückgang als Zeichen für eine wachsende Anerkennung der Reformbemühungen der Kirche, insbesondere im Umgang mit Missbrauchsfällen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern verzeichnete hingegen einen Anstieg der Austritte. Insgesamt traten 42.000 Mitglieder aus – 2.514 mehr als im Vorjahr. Damit sank die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder erstmals seit 2024 wieder unter zwei Millionen.
Zusammen verloren die beiden größten christlichen Konfessionen Bayerns im Jahr 2025 fast 124.000 Mitglieder. Trotz der Verluste zählt die katholische Kirche jedoch weiterhin über 5,3 Millionen Gläubige. Beide Kirchen stehen vor der Herausforderung, dass es mehr Sterbefälle als Taufen gibt, was die Mitgliederzahlen weiter schrumpfen lässt.
Die verlangsamte Austrittsrate bei den Katholiken deutet auf erste Fortschritte beim Wiederaufbau von Vertrauen hin. Dennoch bleiben beide Konfessionen unter Druck, da die Mitgliederzahlen weiter zurückgehen. Offizielle Statistiken der Kirchen werden künftig klarere Langzeittendenzen für Bayern und darüber hinaus aufzeigen.