Kohlekraft tötet jährlich Tausende – doch Windräder stehen in der Kritik
Niklas MeyerKohlekraft tötet jährlich Tausende – doch Windräder stehen in der Kritik
Kohlekraft hat weiterhin schwere Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, wie aktuelle Studien zeigen. Forschungen aus Indien und Nordamerika unterstreichen die hohe Zahl an Todesopfern und die finanziellen Belastungen, die mit den Emissionen von Kohlekraftwerken verbunden sind. Gleichzeitig konzentrieren sich Debatten über Windkraftanlagen oft auf deren Auswirkungen auf Vogelpopulationen – und weniger auf Menschenleben.
Eine Studie aus Indien ergab, dass in dem Land jährlich über 100.000 Menschen an den Folgen von Emissionen aus Kohlekraftwerken sterben. In der kanadischen Provinz Alberta werden Kohlekraftwerke mit etwa 100 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr in Verbindung gebracht. Diese Zahlen stehen in scharfem Kontrast zu den strengeren Umweltauflagen in Nordamerika, wo die Standards deutlich höher sind als in Indien.
Eine Untersuchung der Harvard University bezifferte die gesundheitsbedingten Kosten der Kohleverbrennung in den USA auf jährlich 345 Milliarden US-Dollar. Laut Green Budget Germany müssten die Strompreise aus Kohlekraft um zusätzliche 0,12 Euro pro Kilowattstunde steigen, um die verdeckten Umwelt- und Gesundheitskosten abzubilden.
Kritiker der Windenergie argumentieren häufig, dass Windräder jährlich Zehntausende Vögel töten. Pro Anlage wird geschätzt, dass sie einige Vögel pro Jahr das Leben kostet. Doch es gibt kaum Daten zu Vogelsterben durch Emissionen von Kohlekraftwerken. Der Energieanalyst Craig Morris wies darauf hin, dass die Zahl der menschlichen Todesopfer durch Kohle die der durch Windräder getöteten Vögel bei Weitem übersteigt.
Windkraftanlagen beanspruchen am Boden nur etwa 30 Quadratmeter Fläche und lassen sich nach ihrer Stilllegung vollständig zurückbauen und recyceln. Ihr ökologischer Fußabdruck ist damit deutlich geringer als der von Kohlekraftwerken, die langfristige Umweltverschmutzung und gesundheitliche Folgen hinterlassen.
Die Belege zeigen: Kohlekraft verursacht hohe Kosten in Form von Menschenleben und Gesundheitsausgaben. Zwar wird Windkraft wegen des Vogelsterbens kritisiert, doch fällt ihre Bilanz weit weniger belastend aus als die der Kohleemissionen. Die finanziellen und gesundheitlichen Lasten der Kohle überwiegen weiterhin deutlich gegenüber denen erneuerbarer Alternativen.






