27 March 2026, 10:15

KRITIS-Dachgesetz in Kraft: Warum 60 Prozent der Unternehmen noch immer unvorbereitet sind

Diagramm der Einbruchsphasen mit beschrifteten Schritten in fetter Schrift: Aufklrung, Waffnung, Ausnutzung und andere, die ber farbige Pfeile in einem blauen Rahmen mit weihem Hintergrund fortschreiten.

KRITIS-Dachgesetz in Kraft: Warum 60 Prozent der Unternehmen noch immer unvorbereitet sind

Deutschlands KRITIS-Dachgesetz trat am 10. September 2025 in Kraft und setzte neue Sicherheitsstandards für fast 30.000 Unternehmen. Doch Experten warnen vor einer wachsenden Kluft zwischen gesetzlichen Vorgaben und der praktischen Umsetzung. Viele Betreiber – insbesondere in öffentlichen und kommunalen Bereichen – kämpfen noch immer mit grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen.

Das KRITIS-Dachgesetz verpflichtet Betreiber kritischer Infrastrukturen, die physische Sicherheit zu stärken und Resilienzstrategien zu entwickeln. Allerdings legt das Gesetz nur fest, was getan werden muss – nicht wie. Kleinere Unternehmen sind daher oft unsicher, wie sie die Vorgaben erfüllen sollen. Bis zum Meldestichtag am 6. März 2026 hatten sich lediglich 38,5 Prozent der 29.850 betroffenen Unternehmen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert. Zu den regulierten Branchen zählen vor allem Energie, Verkehr, Gesundheitswesen, Wasser, digitale Infrastruktur und Finanzen.

Markus Weidenauer, Geschäftsführer der SecCon Group, verweist auf ein hartnäckiges Missverständnis: Technische Lösungen allein reichen nicht aus, um Sicherheitsbedrohungen abzuwehren. Moderne Angriffe werden oft staatlich gesteuert, akribisch geplant und mit professioneller Präzision ausgeführt. Ein weiteres vernachlässigtes Instrument sei die verdeckte Sicherheitsaufklärung, bei der Undercover-Agenten Bedrohungen frühzeitig erkennen könnten. Doch Deutschland setze diesen Ansatz für den Infrastruktursschutz kaum ein.

Weidenauer benennt zudem systemische Schwächen in kommunalen Systemen. Zwar gibt das Gesetz klare Pflichten vor, doch die Lücke zwischen politischem Willen und operativer Realität bleibt groß. Ohne konkrete Handlungsanleitungen drohen viele Betreiber, die geforderten Standards zu verfehlen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt zur Absicherung Deutschlands kritischer Systeme, doch die Herausforderungen bleiben. Da sich weniger als vier von zehn Betreibern fristgerecht registriert haben, ist die Umsetzung uneinheitlich. Experten betonen: Um die Kluft zwischen rechtlichen Vorgaben und wirksamem Schutz zu schließen, braucht es mehr als technische Aufrüstung – gefragt sind strategische Planung und proaktive Bedrohungserkennung.

Quelle