Lissabons Pride-Demo 2024: 50.000 fordern Widerstand gegen politische Angriffe auf LGBTI+-Rechte
Niklas MeyerLissabons Pride-Demo 2024: 50.000 fordern Widerstand gegen politische Angriffe auf LGBTI+-Rechte
Tausende versammelten sich am Samstag in Lissabon zur 27. LGBTI+-Pride-Demonstration. Die Veranstaltung begann um 17:00 Uhr auf dem Marquês-de-Pombal-Platz unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Die Organisator:innen warnten, dass jüngste politische Verschiebungen hart erkämpfte Rechte der LGBTQI+-Gemeinschaften bedrohen.
Rund 50.000 Menschen nahmen an den Märschen 2024 und 2023 teil, in diesem Jahr wurden noch größere Menschenmengen erwartet. Die Demonstration vereinte 17 Vereine und Kollektive, die sich für LGBTI+-Rechte, feministische und antirassistische Anliegen einsetzen.
Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, erklärte, viele fühlten sich in ihren Rechten bedroht. Er verwies auf aktuelle Bestrebungen, das Gesetz 38/2018 zu kippen, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck schützt. Das Pride-Marsch-Organisationskomitee betonte zudem, dass das gegenwärtige politische Klima Jahrzehnte des Fortschritts für LGBTQI+-Personen und -Familien gefährde.
Abgeordnete linker Parteien äußerten sich besorgt: Joana Mortágua vom Bloco de Esquerda (Linksblock) bedauerte, dass der Marsch angesichts eines breiten sozialen Rollbacks überhaupt notwendig sei. Paulo Muacho von der Partei Livre unterstrich die Dringlichkeit der Teilnahme und verwies auf eine radikalisierte Rechte, die zunehmend LGBT-Rechte angreife.
Die Demonstration war eine trotzige Antwort auf wachsenden politischen Druck. Teilnehmer:innen und Organisator:innen betonten die Notwendigkeit, Versuche zur Schwächung rechtlicher Schutzmechanismen zu widerstehen. Mit steigenden Teilnehmerzahlen und breiter Unterstützung durch Bündnisse unterstrich die Veranstaltung die anhaltende Solidarität innerhalb der portugiesischen LGBTQI+-Bewegung.






