09 June 2026, 10:12

Mittelstand fühlt sich vom Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt kaltgestellt

Präsident des BVMW Ahlhaus: KMUs fühlen sich bei Wirtschaftsrunde in der Kanzlei übergangen

Mittelstand fühlt sich vom Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt kaltgestellt

Vertreter des deutschen Mittelstands haben sich gegen ihren Ausschluss von einem wichtigen Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt ausgesprochen. Das Treffen, das mit Bundeskanzler Friedrich Merz geplant ist, bringt Gewerkschaften und große Arbeitgeberverbände zusammen – doch nicht die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden. Branchenführer warnen nun, dass zentrale Anliegen des Sektors weiterhin ignoriert werden.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und zehn weitere Wirtschaftsverbände kritisierten gemeinsam im Vorfeld des Gipfels in der Villa Borsig den Kurs der Regierung. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warf der Koalition vor, den Mittelstand bei dem aus seiner Sicht „wichtigsten Treffen dieser Legislaturperiode“ an den Rand zu drängen. Er argumentierte, dass frühere Vereinbarungen die Realität kleinerer Unternehmen nicht ausreichend berücksichtigt hätten – und dieser Fehler sich nicht wiederholen dürfe.

Die Unterzeichner äußerten wachsende Sorgen über die wirtschaftliche Stagnation und die zunehmende Unsicherheit in der Wirtschaft. Sie betonten, dass die Agenda des Gipfels, die sich auf anstehende Reformen konzentriere, zentrale Forderungen wie Bürokratieabbau und flexiblere Arbeitsgesetze außer Acht lasse. In ihrer Erklärung forderten sie einen offenen, faktenbasierten Dialog, der den Mittelstand angemessen einbezieht.

Kritik gab es auch an der Organisation des Gipfels durch die Regierung. Ahlhaus erklärte, der Ausschluss kleiner und mittlerer Unternehmen ignoriere einen bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaftslandschaft. Die Verbände befürchten nun, dass Entscheidungen ohne ihre Mitwirkung die ohnehin angespannte Wirtschaftslage weiter belasten könnten.

Der Gipfel wird ohne direkte Vertretung des Mittelstands stattfinden – trotz wiederholter Forderungen nach Einbindung. Die Wirtschaftsverbände haben deutlich gemacht, dass ihre Prioritäten, wie der Abbau von Überregulierung und die Anpassung der Arbeitsgesetze, weiterhin unberücksichtigt bleiben. Die Ergebnisse des Treffens könnten nun noch stärker darauf überprüft werden, ob sie tatsächlich die Bedürfnisse der gesamten deutschen Wirtschaft widerspiegeln.

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