Münchens OB-Wahl: Reiter gegen Habenschaden im spannenden Stichwahl-Duell
Mia SchmittMünchens OB-Wahl: Reiter gegen Habenschaden im spannenden Stichwahl-Duell
Münchens bevorstehende Oberbürgermeisterwahl hat sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei gegensätzlichen Kandidaten entwickelt. Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter und sein Herausforderer, der Zweite Bürgermeister Katrin Habenschaden, liefern sich ein enges Duell um die Zukunft der Stadt.
Habenschaden, die 2014 in die Kommunalpolitik einstieg, hat sich seither zur stellvertretenden Münchner Oberbürgermeisterin hochgearbeitet. Trotz eines Abschlusses in angewandter Physik widmete sie ihre gesamte Laufbahn der öffentlichen Verwaltung. Ihr Wahlkampf konzentriert sich auf die Umwandlung leerstehender Büroräume in Wohnungen, die Bekämpfung hoher Mieten sowie den Ausbau von Radwegen und dem öffentlichen Nahverkehr. Zudem unterstützt sie Münchens umstrittene Olympia-Bewerbung – eine Haltung, die sie mit Teilen der eigenen Partei in Konflikt bringt.
Im Jahr 2023 sorgte Habenschaden für Schlagzeilen, als sie das Oktoberfest als die "größte Drogenbörse der Welt" bezeichnete, hat ihr Image seitdem jedoch gemäßigter gestaltet. Bekannt für ihr Auftreten in Lederhosen und das Anzapfen von Bierfässern, meidet sie unnötige Konflikte, treibt aber gleichzeitig einen Wandel in der Münchner Verwaltungskultur voran.
Ihr Kontrahent, Dieter Reiter, sieht sich hingegen mit einem massiven Popularitätsverlust konfrontiert – ausgelöst durch einen Skandal um nicht genehmigte Nebentätigkeiten für den FC Bayern. Der Oberbürgermeister geriet wegen der Annahme von 90.000 Euro ohne Zustimmung des Stadtrats in die Kritik und trat schließlich von seiner Position beim Verein zurück. Reiter räumte ein, "nicht ganz bei Verstand" gewesen zu sein, und sprach von einem "Weckruf", um das Vertrauen zurückzugewinnen. Sein Stimmenanteil im ersten Wahlgang fiel von 47,9 Prozent im Jahr 2020 auf nur noch 35,6 Prozent 2023 – nun steht er am 26. März in der Stichwahl gegen Habenschaden. Seine zunächst abwiegelnde Reaktion auf die Vorwürfe verstärkte zudem den Eindruck eines herablassenden Führungsstils.
Die Stichwahl wird entscheiden, ob München Reiter die Treue hält oder sich für Habenschadens reformorientierten Kurs entscheidet.
Die Wahl folgt auf einen deutlichen Rückgang von Reiters Unterstützung nach dem FC-Bayern-Skandal. Habenschaden hingegen bietet mit ihren Plänen zur Bekämpfung des Wohnungsmangels und zur Verbesserung des Verkehrs eine sachpolitische Alternative. Das Ergebnis am 26. März wird die Richtung der Stadt für die kommenden sechs Jahre bestimmen.






