19 March 2026, 10:27

Münchens Zukunft hängt an der Stichwahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?

Schwarz-weiß-Foto einer belebten Münchner Stadtstraße mit Fußgängern, Fahrzeugen und Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens Zukunft hängt an der Stichwahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?

Münchens Oberbürgermeister-Stichwahl: Reiter gegen Krause am Sonntag

Am kommenden Sonntag entscheidet sich in München die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) und Herausforderer Dominik Krause (Grüne) treten gegeneinander an, nachdem keiner von beiden im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte. Die beiden Kandidaten vertreten grundverschiedene Visionen für die Zukunft der Stadt – von Wohnungsbau und Verkehr bis hin zu kulturellen Traditionen.

Reiter erhielt im ersten Durchgang 35,6 Prozent der Stimmen, Krause folgte mit 29,5 Prozent. Die Wahl wird bestimmen, wer München in den nächsten sechs Jahren regiert.

Wohnungsbau im Mittelpunkt des Wahlkampfs Krause hat versprochen, 50.000 neue Wohnungen zu bauen, mit einem Schwerpunkt auf der Umwandlung leerstehender Büros in Wohnraum. Er schlägt eine eigene Behörde vor, um diese Pläne zu beschleunigen, und sieht den Studentenwohnungsbau als Priorität. Reiter hingegen steht Büroumwandlungen skeptisch gegenüber. Stattdessen setzt er auf eine Mischung aus Strategien, kritisiert aber das städtische Stadtentwicklungsmaßnahme (SEM) als gescheitert – schließlich seien in 15 Jahren keine neuen Wohnungen entstanden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Verkehrspolitik spaltet die Kandidaten Auch beim Verkehr gehen die Meinungen auseinander. Krause will den öffentlichen Nahverkehr und Radwege rasant ausbauen. Sein Ziel: Innerhalb eines Jahrzehnts sollen auf dem Mittleren Ring nur noch Elektroautos fahren dürfen. Reiter unterstützt zwar ebenfalls bessere ÖPNV-Anbindungen und Radinfrastruktur, pocht aber darauf, auch die Belange von Autofahrern zu berücksichtigen.

IAA Mobility als Zankapfel Die IAA Mobility hat sich zum Streitpunkt entwickelt. Reiter setzt sich dafür ein, die Messe in München zu halten – inklusive der Nutzung öffentlicher Plätze –, um einen Abzug der Veranstaltung zu verhindern. Krause hingegen will die IAA reformieren und ihre Präsenz in der Innenstadt beenden. Sein Argument: Das Event könne auch ohne die Belegung zentraler Flächen erfolgreich sein.

Oktoberfest: Tradition oder Wandel? Sogar das Oktoberfest ist zum Wahlkampfthema geworden. Krause hat vorgeschlagen, ein weiteres lokales Bier in das Festprogramm aufzunehmen – ein Vorstoß, der für Kontroversen sorgt. Reiter hingegen hat sich bisher nicht klar zur Bewerbung der Giesinger Brauerei als siebtes Oktoberfest-Bier positioniert.

Beide Kandidaten haben einen dynamischen Wahlkampf geführt und den Münchnern zwei deutlich unterschiedliche Wege für die Zukunft der Stadt aufgezeigt. Das Ergebnis wird die Politik in den Bereichen Wohnungsbau, Verkehr und städtische Identität über Jahre prägen.

Die Stichwahl entscheidet nun, ob München unter Reiters Führung weiterregiert wird oder mit Krause eine neue Richtung einschlägt. Der künftige Oberbürgermeister steht vor großen Herausforderungen: Wohnungsnot, Verkehrswende und die Zukunft von Großveranstaltungen wie der IAA.

Da im ersten Wahlgang keine klare Mehrheit zustande kam, liegt es nun an den Wählern, welche Vision sie überzeugender finden.

Quelle