Münchens Zukunft steht zur Wahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?
Niklas MeyerOB Reiter wird kein Zweiter Bürgermeister - Münchens Zukunft steht zur Wahl: Reiter oder Krause als Oberbürgermeister?
Im Münchner Oberbürgermeisterrennen zieht die Spannung an: Amtsinhaber Dieter Reiter (CSU) strebt eine dritte Amtszeit an, während sein Herausforderer Dominik Krause von den Grünen mit mutigen Vorschlägen aufwartet – darunter kostenloser ÖPNV für Senioren und ein massiver Schub für bezahlbaren Wohnraum.
Bei einer jüngsten, sachlich geführten Debatte zeigten sich sowohl gemeinsame Prioritäten als auch grundlegende Unterschiede in den Bereichen Wohnen, Verkehr und die künftige Ausrichtung der Stadt.
Dieter Reiter regiert München seit 2014 mit Rückendeckung der Christlich-Sozialen Union (CSU), die seinen "pragmatischen Führungsstil" lobt und seine Wiederwahl unterstützt. Reiter schloss jedoch aus, im Falle einer Niederlage als Stellvertreter weiterzuarbeiten – er würde dann jüngeren Kräften den Weg freimachen, allerdings nicht unter Krause.
Krause, einst linker Aktivist, inszeniert sich mittlerweile als lösungsorientierter Pragmatiker. Sein Programm umfasst den Abbau von U-Bahn-Fahrkartenautomaten, kostenlose Fahrten für Münchner über 80 Jahre und eine Reduzierung des Autoverkehrs auf der Ludwigstraße. Zudem unterstützt er – entgegen der Skepsis in den eigenen Reihen – die umstrittene Münchner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024.
Beim Thema Wohnen offenbarten sich die größten Gegensätze: Krause versprach 50.000 neue Sozialwohnungen, unter anderem durch die Umnutzung leerstehender Büroräume. Reiter zweifelte angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen an der Umsetzbarkeit dieses Ziels. Auch in der Verkehrspolitik gingen die Meinungen auseinander – Krause plädiert für Tempo 30 auf dem Mittleren Ring.
Trotz aller Differenzen blieb der Ton respektvoll. Krause signalisierte sogar, im Falle von Reiters Sieg als Stellvertreter weiterzuarbeiten, und bezeichnete die Zusammenarbeit als "von Respekt und Konstruktivität geprägt". Sollte er selbst gewinnen, wolle er zunächst mit Reiters SPD über eine Fortsetzung der bestehenden Rathauskoalition verhandeln.
Die Wahl wird entscheiden, ob Reiter seine Amtszeit verlängern kann oder Krause mit seinen ehrgeizigen Plänen für Wohnen und Verkehr die Geschicke der Stadt übernimmt. Sollte Krause unterliegen, könnte er als Stellvertreter bleiben – Reiter hingegen hat klar gemacht, dass er unter einem neuen Oberbürgermeister keine nachgeordnete Rolle akzeptieren würde.
Das Ergebnis könnte Münchens Kurs in Sachen Wohnungsbau, Verkehrspolitik und Stadtentwicklung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.