Münchner Start-up will erstes Stellarator-Fusionskraftwerk der Welt bauen
Claudia SchmitzMünchner Start-up will erstes Stellarator-Fusionskraftwerk der Welt bauen
Deutsches Start-up treibt Pläne für erstes Fusionskraftwerk auf Stellarator-Basis voran
Das Münchner Start-up Proxima Fusion, eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP), hat 7 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt, um den Bau des ersten Fusionskraftwerks der Welt auf Basis eines Stellarators voranzutreiben. Hinter dem Projekt steht ein Team ehemaliger Forscher führender Einrichtungen wie dem MIT, Google-X und dem Max-Planck-IPP selbst.
Die Investitionsrunde wurde von den Risikokapitalgebern Plural und UVC Partners angeführt. Weitere Unterstützung kam vom High-Tech Gründerfonds und der Wilbe Group. Die Mittel sollen Proxima Fusion dabei helfen, die Entwicklung seines Stellarator-Reaktors zu beschleunigen – eine Technologie, die im Vergleich zu herkömmlichen Tokamak-Designs stabilere und effizientere Fusionsenergie verspricht.
Stellaratoren haben in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Durch Verbesserungen in der Plasastabilität und Wärmesteuerung konnte ihre Leistung gesteigert werden, was längere und besser kontrollierbare Betriebszeiten ermöglicht. Im Februar 2023 stellte der Stellarator Wendelstein 7-X (W7-X) am Max-Planck-IPP einen neuen Rekord bei der Energieausbeute auf und unterstrich damit das Potenzial dieses Ansatzes.
Proxima Fusion, mitgegründet von Marc Nemitz, strebt an, innerhalb der nächsten Jahre einen Hochleistungs-Stellarator zu entwickeln. Das langfristige Ziel ist der Bau des ersten voll funktionsfähigen Fusionskraftwerks auf dieser Grundlage in den 2030er-Jahren. Im Gegensatz zu Tokamaks bieten Stellaratoren eine bessere Kontrolle über Wärmebelastungen und ermöglichen einen Dauerbetrieb – Eigenschaften, die sie zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Energieversorgung der Zukunft machen.
Die 7 Millionen Euro werden Proxima Fusion dabei unterstützen, die Forschung an einem effizienteren Fusionsreaktor voranzutreiben. Gelingt das Vorhaben, könnte das Stellarator-Design eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung sauberer und nachhaltiger Energie ab den 2030er-Jahren spielen. Das Projekt knüpft an jahrzehntelange Arbeit in Einrichtungen wie dem Max-Planck-IPP an und vereint Expertise aus Wissenschaft und Industrie.






