17 March 2026, 10:14

Oberasbachs Zukunft: Wachstum oder Haushaltsdisziplin als Rettungsanker?

Schwarze und weiße Stadtkarte mit einem Fluss, beschriftet mit 'Vorgeschlagenes S-Bahn-Projekt' auf der linken Seite, die Straßen, Autobahnen und Stadtmerkmale zeigt.

Oberasbachs Zukunft: Wachstum oder Haushaltsdisziplin als Rettungsanker?

Oberasbach steht vor wegweisenden Entscheidungen für seine finanzielle Zukunft und Stadtentwicklung

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Zwei lokale Politiker, Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler), haben unterschiedliche Visionen für die Entwicklung der Stadt vorgelegt. Beide sind sich zwar in der Notwendigkeit von Stabilität einig, doch ihre Wege dorthin könnten kaum gegensätzlicher sein.

In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Oberasbach einen leichten Haushaltsüberschuss. Stabile Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuern sicherten die Finanzen – selbst als die Ausgaben für Schulen und soziale Dienstleistungen nach der Pandemie stiegen. Nun muss die Stadt entscheiden, wie sie ihre Ressourcen künftig einsetzt.

Haas setzt auf strukturierte Reformen und wirtschaftliche Impulse Marco Haas schlägt eine grundlegende Neuordnung der städtischen Finanzen vor. Sein Plan umfasst klare Prioritätensetzung, strategischere Investitionssteuerung und einen verbindlichen Konsolidierungsfahrplan mit definierten Meilensteinen. Durch schrittweise Verbesserungen will er künftige Haushaltslücken vermeiden.

Zur Stärkung der lokalen Wirtschaft plädiert Haas für die Förderung bestehender Betriebe und die Ansiedlung neuer Unternehmen. Ein digitaler Einkaufsverbund soll kleineren Händlern helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem prüft er die Nutzung des Geländes am Bauhof des Landkreises für gewerbliche Ansiedlungen. Stadtische Flächen könnten über die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) investiv genutzt werden – bei gleichzeitiger Kontrolle über das Wachstum.

Haas unterstützt zwar die geplante Fahrradschnellverbindung nach Nürnberg, besteht aber auf gesicherter Landesförderung. Ohne diese drohe eine Belastung des städtischen Haushalts, warnt er. Sein Gesamtkonzept sieht den Ausbau der Ganztagesbetreuung, die Modernisierung der Infrastruktur und eine lebenswerte Stadt für alle Altersgruppen vor.

Diebenbusch priorisiert Haushaltsdisziplin und Kernaufgaben Thomas Diebenbusch lehnt hingegen den Verkauf aller kommunalen Flächen an die Wohnungsbaugenossenschaft ab – angesichts der aktuellen Marktlage. Stattdessen setzt er auf professionelles Projektmanagement durch Generalunternehmer, um Baukostenexplosionen zu vermeiden. Sein Fokus liegt auf der konsequenten Umsetzung des bestehenden Konsolidierungsplans, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt wiederherzustellen.

Zu seinen Schwerpunkten zählen Großprojekte wie der Aufbau eines offenen Ganztagsschulangebots und die Sanierung der technischen Infrastruktur. Zudem will er Mängel in Schulen und Kitas beheben, eine langfristige Bildungsstrategie entwickeln und die Verkehrssicherheit verbessern. Diese Maßnahmen, so Diebenbusch, würden sicherstellen, dass Oberasbach seine Pflichtaufgaben erfüllt – ohne unnötige finanzielle Risiken einzugehen.

Steigende Kosten fordern klare Weichenstellungen Zwischen 2021 und 2025 flossen erhebliche Mittel in die Infrastruktur, allein 2023 wurden 2,5 Millionen Euro in Schulsanierungen investiert. Hinzu kamen steigende Personalkosten im Sozialbereich. Dennoch sorgten stabile Steuereinnahmen für einen leichten Überschuss – ein Puffer, der nun sorgfältig zu nutzen ist.

Die nächsten Schritte Oberasbachs werden seine finanzielle Gesundheit und Entwicklung auf Jahre prägen. Haas' Ansatz zielt auf kontrolliertes Wachstum, wirtschaftliche Expansion und strategische Flächennutzung. Diebenbusch hingegen betont strikte Haushaltsdisziplin, professionelle Projektsteuerung und die Erfüllung der Kernaufgaben.

Die Stadt steht vor der Herausforderung, Investitionen in Bildung und Soziales mit langfristiger Stabilität in Einklang zu bringen. Die gewählte Richtung wird entscheiden, ob dieser Spagat gelingt.

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