Parkinson bei Landwirten jetzt Berufskrankheit – doch die Hürden sind hoch
Mia SchmittParkinson bei Landwirten jetzt Berufskrankheit – doch die Hürden sind hoch
Deutschland hat die Parkinson-Krankheit offiziell als Berufskrankheit für Landwirte anerkannt – allerdings unter strengen Auflagen. Der Schritt folgt Bedenken hinsichtlich langjähriger Pestizidbelastung; derzeit werden rund 8.000 Fälle geprüft. Unterdessen hat Dänemark 23 Pestizide verboten, darunter mehrere, die mit schädlichen "Ewigkeitschemikalien" in Verbindung gebracht werden.
Die deutsche Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (SVLFG) untersucht etwa 8.000 Anträge von Landwirten, die möglicherweise aufgrund des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln an Parkinson erkrankt sind. Um Anspruch auf Anerkennung zu haben, müssen Antragsteller nachweisen, dass sie im Laufe ihrer Karriere an mindestens 100 Tagen solche Mittel ausgebracht haben. Bisher wurden rund 3.000 Anträge wegen unzureichender Belege oder Nichterfüllung der diagnostischen Kriterien abgelehnt.
Die Einstufung von Parkinson als berufsbedingte Erkrankung hat eine Debatte über die Finanzierung ausgelöst. Der Deutsche Bauernverband besteht darauf, dass die Kosten von der gesetzlichen Unfallversicherung getragen werden sollten und nicht durch Umlagen aller Landwirte. Derzeit machen Parkinson-Patienten nur 12 Prozent der Ausgaben des Fonds aus, dennoch stiegen die Beiträge für alle Landwirte in diesem Jahr um 20 Prozent.
In Dänemark hat die Umweltbehörde 23 Pestizide verboten, darunter neun mit PFAS – Chemikalien, die wegen ihrer Langlebigkeit in der Umwelt als "Ewigkeitschemikalien" bekannt sind. Diese werden schrittweise innerhalb von sechs bis 15 Monaten vom Markt genommen. Weitere Bewertungen zusätzlicher Pestizide über diese Liste hinaus wurden bisher nicht angekündigt.
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) unterstützt die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit. Sie argumentiert jedoch, dass Öko-Landwirte und Grünlandbetriebe, die weniger oder gar keine synthetischen Pestizide einsetzen, von der Kostenbeteiligung befreit werden sollten.
Die Prüfung der 8.000 Parkinson-Fälle in Deutschland geht unter strengen Zulassungskriterien weiter. Landwirte und Interessenverbände sind uneins, wie die finanzielle Last verteilt werden soll. Dänemarks Pestizidverbot zielt zwar auf schädliche Chemikalien ab, lässt aber Fragen nach künftigen Beschränkungen offen.






