Produktionsfehler bei Airbus-A320neo-Triebwerken führt zu massiven Wartungsarbeiten
Niklas MeyerProduktionsfehler bei Airbus-A320neo-Triebwerken führt zu massiven Wartungsarbeiten
Ein seltener Produktionsfehler hat etwa 1.200 Triebwerke betroffen, die in Flugzeugen der Airbus-A320neo-Familie zum Einsatz kommen. Ursache ist eine Verunreinigung des Metallpulvers in Rohlingen für Turbinenscheiben, wodurch Hundert Triebwerke vorzeitig gewartet werden müssen. Airlines müssen nun mit möglichen Betriebsstörungen rechnen, während die Reparaturen anlaufen.
Das Problem betrifft die PW1100G-JM-Triebwerke, die von MTU Aero Engines und Pratt & Whitney hergestellt werden. Eine kleine, aber kritische Charge des für Turbinenscheiben verwendeten Metallpulvers war während der Produktion verunreinigt worden. Der Fehler wurde erst entdeckt, nachdem einige Triebwerke bereits im Einsatz waren.
Bis Mitte September müssen rund 200 Triebwerke überprüft und instand gesetzt werden. Die übrigen betroffenen Aggregate folgen bis 2024 oder 2025. Allerdings könnte die genaue Zahl der betroffenen Flugzeuge noch steigen, da auch Triebwerke aus anderen Produktionslosen gefährdet sein könnten.
MTU und Pratt & Whitney arbeiten eng mit den Airlines zusammen, um betriebliche Verzögerungen so gering wie möglich zu halten. MTU-Chef Lars Wagner betonte, dass viele Reparaturen mit ohnehin geplanten Wartungsarbeiten zusammengelegt werden könnten. Dennoch bleiben Dauer und Kosten für die Instandsetzung jedes einzelnen Triebwerks noch unklar.
Der PW1100G-JM-Antrieb kommt in etwa der Hälfte aller A320neo-Familienjets zum Einsatz und zählt damit zu den am weitesten verbreiteten Triebwerken in modernen Schmalrumpf-Flotten.
Durch die Verunreinigung müssen Airlines ihre Flugpläne anpassen, während die Triebwerke unplanmäßige Überprüfungen durchlaufen. Da sich die Reparaturen bis 2025 hinziehen, arbeiten Fluggesellschaften und Hersteller daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Die genauen finanziellen und logistischen Folgen werden sich erst im Laufe der weiteren Inspektionen abzeichnen.






