Streik bei Schwarz-Gruppe in Sachsen-Anhalt: Arbeiter fordern faire Löhne gegen Ost-West-Gefälle
Tim KellerStreik bei Schwarz-Gruppe in Sachsen-Anhalt: Arbeiter fordern faire Löhne gegen Ost-West-Gefälle
Arbeiter an zwei Standorten der Schwarz-Gruppe in Sachsen-Anhalt streiken für höhere Löhne
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu Arbeitsniederlegungen bei den Betrieben Bonback in Halle und MEG in Weißenfels aufgerufen. Die Beschäftigten in der Region verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland – manche nehmen nur rund 900 Euro im Monat nach Hause.
Die Streiks begannen heute im Bonback-Werk im Star Park Halle Queis und dauern bis morgen an. Parallel findet bei MEG, einem Getränkehersteller der gleichen Gruppe, ein dreitägiger Warnstreik statt. Beide Unternehmen gehören zur Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland zählen.
Die NGG fordert spürbare Lohnerhöhungen und kritisiert, dass die Bezahlung in Sachsen-Anhalt seit Jahren auf niedrigem Niveau stagniert. Aktuelle Tarifverhandlungen zeigen, dass die monatlichen Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West je nach Entgeltgruppe bis zu 2.274 Euro betragen. Die Arbeitgeber bieten für den Zeitraum 2026–2029 bescheidene Steigerungen von 2 bis 2,8 Prozent an – für die Gewerkschaft ist das jedoch unzureichend.
Bonback, ursprünglich als ARTIback bekannt, wurde vor zwei Jahren von der Schwarz-Gruppe übernommen und später umbenannt. Die NGG führt die Proteste unter dem Motto "Reißt die Lohnmauer ein" und lehnt es ab, dass die Region als "Billiglohnzone des Ostens" fungiert. Zwar zeigen Tarifdaten eine schrittweise Lohnentwicklung in der Lebensmittelbranche, doch die Gehälter im Osten hinken denen im Westen weiterhin weit hinterher.
Die Streiks unterstreichen die anhaltende Lohnkluft zwischen Ost- und Westdeutschland. Da die Verhandlungen feststecken, kündigt die NGG an, die Arbeitskämpfe fortzusetzen, bis ihre Forderungen erfüllt werden. Das Ergebnis könnte wegweisend für andere schlecht bezahlte Branchen in der Region sein.






