05 June 2026, 19:38

Syrischer Gesundheitsminister kehrt nach Solingen zurück – für eine medizinische Zukunftspartnerschaft

Syrien: Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besucht das Stadtkrankenhaus Solingen

Syrischer Gesundheitsminister kehrt nach Solingen zurück – für eine medizinische Zukunftspartnerschaft

Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Die Reise markiert eine Rückkehr in das deutsche Krankenhaus, in dem er einst fünf Jahre lang als Neurochirurg ausgebildet wurde. Sein Besuch ist Teil umfassender Bemühungen, die medizinische Zusammenarbeit zwischen Syrien und internationalen Einrichtungen zu stärken.

Al-Ali, der im März 2025 syrischer Gesundheitsminister wurde, traf sich mit Professor Ralf Buhl, seinem ehemaligen Mentor und heutigen Chefarzt der Neurochirurgie in Solingen. Beide erörterten mögliche Kooperationen, darunter Facharztausbildungen und den Austausch von Fachwissen.

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Während des Besuchs sprach al-Ali auch mit Professor Martin Eversmeyer, dem Geschäftsführer des Klinikums. Beide Seiten zeigten sich offen für die Prüfung gemeinsamer Projekte, insbesondere im Bereich der spezialisierten medizinischen Versorgung. Al-Ali betonte die Dringlichkeit solcher Partnerschaften angesichts des schwer beschädigten Gesundheitssystems Syriens nach Jahren des Konflikts.

Der Minister hat bereits kurzfristige Einsätze syrischer Ärzte im Ausland genehmigt, um den Wiederaufbau der medizinischen Versorgung im eigenen Land zu unterstützen. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner, die im Ausland tätig sind, 10.800 Operationen in ihrer Heimat durch. Da über 6,8 Millionen Syrer – darunter viele Fachkräfte – das Land verlassen haben, sollen diese Maßnahmen kritische Wissenslücken schließen.

Al-Ali strebt ein formelles Austauschprogramm mit dem Städtischen Klinikum Solingen an. Eine solche Initiative würde es syrischen Spezialisten ermöglichen, in Deutschland ausgebildet zu werden und fortschrittliches medizinisches Wissen nach Syrien zurückzubringen.

Der Besuch unterstreicht al-Alis Bestrebungen, den syrischen Gesundheitssektor durch internationale Zusammenarbeit wieder aufzubauen. Sollte das geplante Austauschprogramm realisiert werden, könnte es dem noch immer von weitreichenden Zerstörungen gezeichneten System dringend benötigtes Fachwissen bringen. Die Bereitschaft des Solinger Klinikums zur Zusammenarbeit deutet auf einen möglichen ersten Schritt hin zu umfassenderen medizinischen Partnerschaften.

Quelle