Trumps Politik gefährdet die transatlantischen Beziehungen – warnen Ex-Diplomaten
Mia SchmittTrumps Politik gefährdet die transatlantischen Beziehungen – warnen Ex-Diplomaten
Die transatlantischen Beziehungen stehen unter der Führung von Präsident Trump vor schweren Belastungsproben. Das warnen zumindest zwei hochrangige Politiker: Christoph Heusgen, ehemaliger Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, früherer US-Botschafter. Beide sehen in Trumps Politik eine wachsende Entfremdung zwischen Europa und Amerika. Ihre Sorgen äußern sie zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Demokraten auf die Midterm-Wahlen im November vorbereiten – Wahlen, die das Machtgefüge in Washington grundlegend verändern könnten.
Heusgen und Murphy kritisieren, dass Trump Europa nicht als Partner, sondern als Gegner behandle. Seine Drohung, Grönland annektieren zu wollen, seine wiederholte NATO-Kritik sowie seine konfrontative Handelspolitik hätten die Gräben vertieft. Zudem untergrabe er gezielt US-Institutionen, indem er die Justiz unter Druck setze, den Kongress ausgrenze und erfahrene Beamte entlasse.
Die beiden betonen, die Geschichte zeige, wie gefährlich es sei, wenn der Stärkere die Bedingungen diktiere. Stattdessen plädieren sie für die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit und warnen davor, dass einseitiges Handeln beiden Seiten schade. Ihre Aussagen fallen in eine Zeit wachsender Unzufriedenheit in den USA, wo die Bürger die Folgen von Trumps unberechenbarer Außenpolitik zu spüren bekommen – etwa durch steigende Spritpreise.
Mit Blick auf die Zukunft gehen Heusgen und Murphy davon aus, dass die Demokraten im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglicherweise auch im Senat zurückerobern könnten. Ein demokratischer Präsident, so ihre Einschätzung, würde voraussichtlich das transatlantische Bündnis wieder stärken und fairere Handelsabkommen mit der EU aushandeln. Zudem schlagen sie eine neue deutsche Strategie für den UN-Sicherheitsrat vor: halbständige Sitze könnten ihrer Meinung nach die globale Zusammenarbeit festigen.
Die Warnungen von Heusgen und Murphy unterstreichen, wie viel bei den anstehenden US-Wahlen auf dem Spiel steht. Ein Machtwechsel könnte die transatlantischen Beziehungen neu gestalten – weg von Konfrontation, hin zu Kooperation. Ihr Appell für eine regelbasierte Ordnung spiegelt die breiten Sorgen über die langfristigen Auswirkungen von Trumps Außenpolitik auf die globale Stabilität wider.






