Versace-Retrospektive im Musée Maillol: Paris feiert den Mode-Rebellen ohne sein berühmtestes Kleid
Niklas MeyerVersace-Retrospektive im Musée Maillol: Paris feiert den Mode-Rebellen ohne sein berühmtestes Kleid
Paris zeigt erste Modeausstellung im Musée Maillol an der Rue de Grenelle
Am Freitag, den 3. Juli, öffnet im Musée Maillol die erste Modeausstellung der Institution – eine Hommage an das Schaffen von Gianni Versace. Fast 100 Outfits und 450 Exponate feiern den italienischen Designer, doch ein berühmtes Stück fehlt: das ikonische „Sicherheitsnadel-Kleid“, das Elizabeth Hurley 1994 trug.
Die von Karl von der Ahé und Saskia Lubnow kuratierte Retrospektive umfasst Versaces gesamte Karriere, steht jedoch in keiner Verbindung zur Familie Versace oder zum Unternehmen Gianni Versace Srl. Statt auf moderne Markenführung zu setzen, rückt sie den Pariser Debütauftritt des Designers 1989 in den Fokus, als er im Hotel Ritz seine Haute-Couture-Kollektionen präsentierte.
Besucher erwarten eine nachgebildete Laufsteg-Installation mit Mannequins in Versaces gewagtesten Kreationen. Ein eigener Raum unter dem Titel „Rock und Royalty“ zeigt Stücke, die von Lady Diana, Elton John, Madonna und Grace Jones getragen wurden. Neben den Kleidungsstücken präsentiert die Ausstellung Schmuck, Wohnaccessoires und seltene Videointerviews.
Das Fehlen von Hurleys legendärem Kleid wird mit einer Prise Humor thematisiert: Ein Bildschirm vor Ort zeigt die französische Wikipedia-Seite des fehlenden Robes – eine Anerkennung seines kulturellen Einflusses, wenn auch ohne das Original.
Die Schau läuft bis zum 6. September 2023 und bietet einen tiefen Einblick in Versaces Prägung der Mode- und Prominentenkultur. Gleichzeitig markiert sie einen Meilenstein als erste modebezogene Veranstaltung des Musée Maillol. Mit einer Mischung aus Haute Couture, Prominenz und Archivmaterialien wirft sie ein detailliertes Licht auf das Erbe des Designers. Wer jedoch auf Hurleys berühmtes Kleid gehofft hatte, muss sich mit der digitalen Huldigung begnügen.






