Vom 550-Watt-Pionier zur Ökostrom-Genossenschaft mit 4,6 Megawatt Leistung
Mia SchmittVom 550-Watt-Pionier zur Ökostrom-Genossenschaft mit 4,6 Megawatt Leistung
Ein kleines Solarprojekt im Jahr 1994 markierte den Beginn eines weit größeren Wandels in der deutschen Energielandschaft. Andreas Henze, ein Pionier der Photovoltaik, installierte eine der ersten Anlagen des Landes mit gerade einmal 550 Watt Leistung. Seine Arbeit wuchs später parallel zu bedeutenden politischen Weichenstellungen, die die erneuerbaren Energien bundesweit neu prägten.
Henzes frühes Augenmerk galt landwirtschaftlichen Gebäuden. Bis 2012 hatte er Dutzende Solaranlagen für Bauern errichtet, meist mit einer Leistung zwischen 20 und 50 Kilowatt. Diese Projekte bewiesen, dass Solarstrom für ländliche Betriebe wirtschaftlich tragfähig sein konnte.
1999 erweiterte er sein Wirken in Freising, Bayern, und installierte fünf Solaranlagen auf zwei Dächern. Gemeinsam erzeugten sie 130 Kilowatt Strom. Seine Bemühungen fielen in eine Zeit, in der die Bewegung für saubere Energie zunehmend an Fahrt aufnahm.
Ein entscheidender Moment kam im Jahr 2000, als der Deutsche Bundestag das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedete. Das Gesetz trat am 1. April desselben Jahres in Kraft und wurde zum Rückgrat des deutschen Solarbooms. Es prägte auch die globale Solarindustrie, indem es festgelegte Vergütungen für Erzeuger erneuerbarer Energien garantierte.
Bis 2013 hatte Henze die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land mitgegründet. Die Genossenschaft betreibt heute Dachsolaranlagen und Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt. Zudem versorgt sie 1.300 Kunden mit Ökostrom und unterhält ein Ladenetz mit 73 Stationen.
Für die Zukunft plant die Genossenschaft eine weitere Expansion. Zehn neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 64 Megawatt sollen in den kommenden Jahren entstehen.
Aus einer einzigen 550-Watt-Anlage im Jahr 1994 ist Henzes Arbeit zu einer Genossenschaft gewachsen, die Tausende mit sauberer Energie versorgt. Die Einführung des EEG im Jahr 2000 beschleunigte diesen Wandel und machte aus lokalen Projekten einen Teil des bundesweiten Umstiegs. Die geplanten Windräder der Genossenschaft werden die Kapazitäten im deutschen Ökostromnetz noch weiter ausbauen.






