05 June 2026, 19:38

Von 400 Exemplaren zur umstrittenen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr Gründer Dieter Stein

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zur umstrittenen Stimme: Die Junge Freiheit und ihr Gründer Dieter Stein

Dieter Stein gründete die Junge Freiheit (JF) 1986 im Alter von nur 18 Jahren. Das Magazin startete mit einer bescheidenen Auflage von 400 Exemplaren, die ausschließlich von Lesern finanziert wurden. Die frühen Ausgaben waren so kostengünstig produziert, dass Stein sie in einem Pappkarton auf seinem Fahrrad mit nach Hause transportierte.

Die JF entwickelte sich schnell zu einem umstrittenen Medium. Bereits 1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen gegen das Blatt, später kam es zu Angriffen auf die Druckerei und Brandstiftungsversuchen. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt.

Noch vor dem Umzug der Bundesregierung in die wiedervereinte Hauptstadt Berlin verlegte auch das Magazin seinen Sitz dorthin. Einige Leser fürchteten dermaßen staatliche Überwachung, dass sie selbst wegen des Lesens der JF Abhörmaßnahmen befürchteten. Stein wies wiederholt Vorwürfe zurück, die Zeitschrift erhalte finanzielle Unterstützung von der rechtspopulistischen AfD.

Offen äußerte er sich auch zu seinen Ansichten über die Landesverteidigung: Militärdienst sei gerechtfertigt, wenn ein Land in Krisenzeiten stehe. Seine Haltung zu Bürgerrechten bezieht sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2005, das seiner Meinung nach zeigte, wie Geheimdienstberichte grundlegende Rechte verletzen können.

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Aus bescheidenen Anfängen wuchs die JF zu einer Publikation heran, die sowohl vehemente Ablehnung als auch treue Leserschaft hervorrief. Trotz finanzieller Engpässe und gewalttätiger Angriffe führte Steins Führung das Magazin durch die Turbulenzen. Die Debatten um seine Finanzierung, Sicherheitsbedenken und politische Position prägen bis heute sein Erbe.

Quelle