ZF Friedrichshafen revolutioniert die Automobilbranche mit eigenem Hochleistungs-Prozessor
Mia SchmittZF Friedrichshafen revolutioniert die Automobilbranche mit eigenem Hochleistungs-Prozessor
ZF Friedrichshafen präsentiert eigenen Automotive-Prozessor auf der Embedded World 2026 in Nürnberg
Der deutsche Technologiekonzern ZF Friedrichshafen hat auf der Fachmesse Embedded World 2026 in Nürnberg einen eigenentwickelten Prozessor für die Automobilbranche vorgestellt. Mit der hauseigenen Lösung will das Unternehmen die Abhängigkeit von teuren Hochtechnologie-Chips aus den USA verringern. Die Serienproduktion soll in vier bis fünfeinhalb Jahren anlaufen.
Der neue Chip ist darauf ausgelegt, zentrale Funktionen moderner Fahrzeuge zu steuern: Er regelt Antriebsstränge, unterstützt Fahrerassistenzsysteme und soll künftig sogar vollständige autonome Fahrzeuge koordinieren. Durch die Verarbeitung von Daten aus Kameras, Radar und Sensoren übermittelt er Informationen an den zentralen Fahrzeugcomputer.
Während früher der Motor das Herzstück eines Autos bildete, übernehmen heute Hochleistungsrechner diese Rolle. ZFs Entwicklung fällt in eine Phase, in der Europa im globalen Wettbewerb um Chipttechnologie hinter Asien und den USA zurückliegt. Bisher stammen die meisten Automotive-Chips aus dem Ausland – europäische Hersteller sind damit von Lieferanten wie Nvidia oder Qualcomm abhängig.
Der Prozessor von ZF wurde mit dem "Embedded Award 2026" in der Kategorie "SoC/IP/IC-Design" ausgezeichnet. Das Unternehmen wertet dies nicht nur als technischen Erfolg, sondern als Beweis dafür, dass Europa in der Lage ist, eigene Chips zu entwickeln. Ziel ist es, fortschrittliche Fahrerassistenz- und autonome Fahrfunktionen auch in günstigeren Kompaktwagen verfügbar zu machen.
Doch bis zur Massenproduktion ist es noch ein weiter Weg: Die Entwicklung des Chips selbst wird voraussichtlich weitere zwei Jahre in Anspruch nehmen, gefolgt von den üblichen langwierigen Testphasen der Automobilindustrie. Bisher hat kein anderer europäischer Zulieferer oder Automobilhersteller einen vergleichbaren Chip für diesen Zweck entwickelt.
Mit dem neuen Prozessor strebt ZF an, die Abhängigkeit von US-amerikanischen und asiatischen Chip-Herstellern zu verringern und gleichzeitig die eigene Marktposition auszubauen. Das Unternehmen will Konkurrenten nicht verdrängen, sondern Automobilherstellern mehr Flexibilität bieten. Gelingt der Durchbruch, könnte der Chip Europas Rolle in dieser Schlüsseltechnologie der Automobilbranche stärken.






