Zoll schlägt zurück: Millardenschäden durch Plagiate stoppen
Deutsche Zollbehörden verschärfen Kampf gegen Produktpiraterie
Angesichts des weiter wachsenden illegalen Handels mit Fälschungen hat der deutsche Zoll seine Maßnahmen gegen Plagiate ausgeweitet. Zum Welttag des geistigen Eigentums machen die Behörden auf das Ausmaß des Problems aufmerksam: Jährlich entstehen durch gefälschte Waren Millardenschäden. Aktuelle Beschlagnahmungen und Strafverfahren zeigen, wie entschlossen die Ermittler gegen die kriminellen Machenschaften vorgehen.
In den vergangenen drei Jahren haben Zollbeamte in Deutschland Plagiate im Wert von fast einer Milliarde Euro sichergestellt. Allein Ende 2020 wurden in einer einzigen Aktion rund 7.000 gefälschte Smartphone-Teile und -Geräte beschlagnahmt.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Marken- und Produktpiraterie fungiert als zentrale Schaltstelle im Kampf gegen Fälschungen. Sie sammelt Daten von Unternehmen und Zollteams, leitet diese an Kontrollstellen im ganzen Land weiter und ermöglicht so die gezielte Überprüfung verdächtiger Sendungen im internationalen Frachtverkehr.
Seit 2020 haben die Beamten über 66.000 Lieferungen gestoppt, die im Verdacht standen, gegen Urheber- und Markenrechte zu verstoßen. Dadurch wurden 31 Millionen gefälschte Artikel vom Markt genommen. Die Behörde arbeitet zudem mit Firmen zusammen, um nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte EU Grenzbeschlagnahmungen zu beantragen.
Die verschärften Kontrollen haben auch rechtliche Konsequenzen für die Täter: In einem Fall erhielt ein 49-jähriger Unternehmer aus Augsburg eine zehnmonatige Bewährungsstrafe, weil er unter einer bekannten Marke Plagiate vertrieben hatte. Die Behörden warnen, dass der Diebstahl ausländischer Forschungsergebnisse und Produktionsverfahren weltweit jährlich Millardenschäden verursacht.
Der Kampf gegen den Handel mit Fälschungen bleibt für den deutschen Zoll eine Priorität. Mit strengeren Kontrollen und besserer Abstimmung wollen die Beamten den Zustrom gefälschter Waren eindämmen. Unternehmen und Rechteinhaber arbeiten weiterhin eng mit den Behörden zusammen, um geistiges Eigentum zu schützen und wirtschaftliche Schäden zu verhindern.






