20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Warum seine Zukunft gefährdet ist
Claudia Schmitz20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Warum seine Zukunft gefährdet ist
Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Das Gesetz ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, Behördenakten anzufordern und einzusehen – ein zentrales Instrument für Transparenz in einer liberalen Demokratie. Doch seine Zukunft ist ungewiss: Immer häufiger gibt es Versuche, es auszuhöhlen oder gar vollständig abzuschaffen.
Das IFG hat in den vergangenen Jahren brisante Enthüllungen möglich gemacht. So kam ans Licht, dass der Regierungsbeamte Wolfram Weimer trotz gegenteiliger Beteuerungen weiterhin E-Mails vom Sprecher seines früheren Arbeitgebers erhielt. Eine weitere Untersuchung deckte Absprachen zwischen einem Regierungssprecher und der PR-Abteilung eines Privatunternehmens auf.
Die Plattform FragDenStaat, die das IFG wöchentlich nutzt, förderte zudem zutage, dass eine NGO Millionen an Steuergeldern mit kaum Kontrolle erhielt. Dennoch hat das Gesetz Schwächen: Behörden lehnen Anfragen mitunter ab, sodass Betroffene oft juristischen Beistand suchen müssen.
In Berlin wurde das IFG bereits geschwächt. Der CDU-Politiker Philipp Amthor versuchte während der Koalitionsverhandlungen gar, es abzuschaffen – die SPD blockierte den Vorstoß jedoch. Das IFG bleibt ein unverzichtbares Werkzeug, um Machtmissbrauch aufzudecken. Ohne es drohen wichtige Informationen im Verborgenen zu bleiben – und die demokratische Kontrolle würde leiden. FragDenStaat setzt seine Arbeit fort, ist dabei aber auf Spenden angewiesen, um weiter für mehr Transparenz zu kämpfen.






