17 June 2026, 17:24

Aiwanger plant 600 neue Windräder – und will 10H-Regel lockern

Bayerischer Minister strebt die Verdoppelung der Windkraftkapazität an

Aiwanger plant 600 neue Windräder – und will 10H-Regel lockern

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat Pläne vorgestellt, in den nächsten zehn Jahren mindestens 600 neue Windkraftanlagen im Freistaat zu errichten. Zudem forderte er einen deutlichen Ausbau der Windenergie in Wäldern, um die Klimaziele zu erreichen.

Aiwanger lehnte eine pauschale Zwei-Prozent-Flächenvorgabe für Windkraft als undurchführbar ab. Stattdessen schlug er vor, Vorranggebiete von der bayerischen 10H-Regelung auszunehmen, die derzeit vorsieht, dass Windräder mindestens das Zehnfache ihrer Höhe von Wohngebieten entfernt stehen müssen. Diese Änderung würde es dem Land ermöglichen, seine bestehende Windkraftkapazität zu verdoppeln.

Am Donnerstag stimmt der Landtag über einen Antrag der SPD ab, die 10H-Regelung vollständig abzuschaffen. Aiwanger betonte, dass mögliche Bundentscheidungen zum Windkraftausbau auch Bayerns gesamten Beitrag zur Energiewende berücksichtigen müssten – etwa seine führende Rolle bei der Solarenergie.

Er unterstrich zwar die Dringlichkeit, den Windkraftausbau zu beschleunigen, wies aber darauf hin, dass die lokale Akzeptanz in der Bevölkerung weiterhin entscheidend bleibe. Derzeit gibt es in Deutschland rund 28.000 Windkraftanlagen, davon 1.138 in Bayern.

Die geplanten Änderungen könnten es Bayern ermöglichen, seine Windenergieproduktion deutlich zu steigern. Sollte die Ausnahmeregelung für Vorranggebiete von der 10H-Regel beschlossen werden, wäre dies ein bedeutender Kurswechsel in der bayerischen Energiepolitik. Die Abstimmung über den SPD-Antrag wird zeigen, wie es mit diesen Plänen weitergeht.

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