12 March 2026, 20:18

Alpenverein kämpft mit radikalen Maßnahmen gegen Klimawandel in den Alpen

Ein altes Foto einer Berghütte, die in einem schneebedeckten Gebirgszug eingebettet ist, umgeben von grünem Gras, mit weißen, flauschigen Wolken am Himmel und kursiver Text oben.

Alpenverein kämpft mit radikalen Maßnahmen gegen Klimawandel in den Alpen

Der Deutsche Alpenverein (DAV) geht mit mutigen Schritten gegen den Klimawandel in den Alpen vor. Bis 2030 will die Organisation ihre gesamten Aktivitäten klimaneutral gestalten – mit Fokus auf die Reduzierung von Wasser-, Strom- und Ressourcenverbrauch in ihren 325 Berghütten. Steigende Temperaturen, die in den Alpen bereits 2 °C über dem vorindustriellen Niveau liegen, zwingen zu tiefgreifenden Änderungen bei der Bewirtschaftung von Wegen, Hütten und Seilbahnen.

Die Herausforderungen werden immer größer. Stand Anfang 2026 mussten bereits 12 Seilbahnen oder Stationen des DAV schließen oder starke Einschränkungen hinnehmen – bedingt durch schmelzende Gletscher, Erdrutsche und Extremwetter. Die Marmolata-Seilbahn in den Dolomiten stellte 2023 den Betrieb ein, während mehrere Anlagen am Schweizer Aletschgletscher seit 2022 nur noch eingeschränkt nutzbar sind.

Der Klimawandel verändert die Alpen schneller als erwartet. Höhere Temperaturen lassen Quellen versiegen, von denen Hütten für Trinkwasser, Toiletten und Duschen abhängig sind. Betreiber kleiner Wasserkraftwerke kämpfen mit unberechenbaren Wasserständen und müssen ihre Energiesysteme neu denken. Auf einer jüngsten Konferenz diskutierten Hüttenwirte Lösungen wie Batteriespeicher, Abdichtungstechniken und intelligentes Energiemanagement, um Engpässe zu bewältigen.

Auch Wege und Stege sind bedroht. Starkregen, Steinschlag und Murgänge beschädigen regelmäßig Pfade, sodass teure Reparaturen oder Umleitungen nötig werden. Der Bau in abgelegenen Gebieten verschärft die Probleme, da Material und Abfall per Helikopter transportiert werden müssen – was die Kosten in die Höhe treibt. Der DAV überprüft daher, wie Wege künftig angelegt und instand gehalten werden, und setzt auf vorsichtigere Planung sowie flexiblere Routen.

Ein Wandel der Philosophie ist im Gange. Die DAV-Resolution Hüttenleitlinien 2030 von 2025 sieht vor, dass Hütten künftig einfacher und autarker betrieben werden – mit begrenztem Speiseangebot, ohne Duschen und mit Trockentrenntoiletten. Vorbild sind Winterbiwaks und Schweizer Hütten, bei denen Minimalismus die Umweltbelastung verringert. Das Ziel ist klar: sich an den Klimawandel anpassen und die Alpen für kommende Generationen bewahren.

Die Veränderungen beschränken sich nicht auf die Hütten. Da bereits 12 Seilbahnen geschlossen oder eingeschränkt sind, prüft der DAV, welche Strecken langfristig betreibbar bleiben. Einige, wie die am Aletschgletscher, arbeiten bereits unter strengen Auflagen wegen schrumpfenden Eises und instabilen Untergrunds. Weitere könnten folgen, falls sich die Bedingungen verschlechtern.

Der DAV-Streben nach Klimaneutralität bis 2030 wird den Betrieb von Hütten und Wegen grundlegend verändern. Einfachere Einrichtungen, klügere Energienutzung und angepasste Wegeplanung sollen die Umwelt schonen, ohne die Alpen unzugänglich zu machen. Doch die Aufgabe bleibt schwierig: Steigende Kosten, Wasserknappheit und Extremwetter setzen jeder Lösung zu.

Aktuell stehen 12 Seilbahnen still oder sind eingeschränkt – ein sichtbares Zeichen für den Wandel der Alpen. Die nächsten Schritte des DAV werden zeigen, ob diese Schließungen Ausnahmen bleiben oder zur Regel werden.

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