29 June 2026, 10:12

Atomausstieg in Deutschland: Grafenrheinfeld geht nach 33 Jahren vom Netz

Deutschlands nächstes Kernkraftwerk schließt endgültig

Atomausstieg in Deutschland: Grafenrheinfeld geht nach 33 Jahren vom Netz

Deutschlands ältestes aktives Atomkraftwerk Grafenrheinfeld wird an diesem Wochenende endgültig abgeschaltet. Das Werk in Nordbayern war 33 Jahre lang in Betrieb und ist das erste, das seit 2011 vom Netz geht. Es diente zudem als Inspiration für den Roman „Die Wolke“, eine fiktive Schilderung einer nuklearen Katastrophe in Deutschland.

Die Anlage Grafenrheinfeld verfügt über eine Nennleistung von 1.345 Megawatt und deckte etwa ein Sechstel des bayerischen Strombedarfs. Mit ihrer Stilllegung beginnt der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie – bis Ende 2022 sollen drei weitere Reaktoren folgen, darunter Gundremmingen C und Isar II, nach der bereits 2017 erfolgten Abschaltung von Gundremmingen B.

Bayern könnte künftig mit Versorgungsengpässen konfrontiert sein, da die gesicherte Leistung hinter der Nachfrage zurückbleibt. Um dies abzufedern, hat die Bundesnetzagentur die Reservekapazitäten bis 2016 um 3,1 Gigawatt erhöht – etwas mehr als die Leistung der beiden bis 2017 abgeschalteten Meiler. Zudem prüft die Behörde eine Trennung des Stromhandels zwischen Österreich und Deutschland, was den Bedarf an zusätzlichen Reserven verringern könnte.

Deutschland sammelt zunehmend Erfahrung beim Rückbau von Atomkraftwerken: Mehr als die Hälfte der Anlagen wird bereits stillgelegt. Bisher wurden drei kleinere Reaktoren – Niederaichbach, Stade und ein weiterer – vollständig zurückgebaut.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Abschaltung von Grafenrheinfeld markiert eine neue Phase im deutschen Atomausstieg. Weitere Stilllegungen stehen an, während das Land seine Kompetenz beim Abbau alter Kraftwerke ausbaut. Die Maßnahmen der Bundesnetzagentur sollen die Netzstabilität trotz sinkender Kapazitäten gewährleisten.

Quelle