Batteriespeicher macht Schnellladestationen unabhängig von schwachen Stromnetzen
Tim KellerBatteriespeicher macht Schnellladestationen unabhängig von schwachen Stromnetzen
Ein neues Mikronetz-Projekt demonstriert, wie Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge effizient betrieben werden können – ganz ohne leistungsstarke Netzanschlüsse. Die Energielösung GmbH hat gemeinsam mit ADS-TEC Energy am Hauptsitz von Bayernwerk in Regensburg ein batteriegestütztes System installiert. Die Lösung senkt die Kosten und steigert die Leistung, selbst bei begrenzter Netzkapazität.
Im Mittelpunkt des Projekts stand eine öffentliche Schnellladestation in Regensburg. Trotz eines Netzanschlusses von nur 125 kW unterstützt der Standort drei Ladesysteme: zwei herkömmliche Hochleistungslader (150 kW und 50 kW) sowie eine ADS-TEC Energy ChargePost. Diese innovative Einheit liefert bis zu 300 kW Leistung und wird von einem Batteriespeicher mit 201 kWh Kapazität unterstützt.
Die ChargePost kann jedoch mehr als nur Fahrzeuge schnell aufladen: Sie entlastet auch andere Ladepunkte, indem sie zusätzliche Kapazitäten bereitstellt und plötzliche Nachfragespitzen ausgleicht. Praxistests zeigten, dass das System die jährlichen Betriebskosten um mehrere tausend Euro senken kann.
Die technischen Grundlagen des Projekts entstanden im Rahmen einer Masterarbeit an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Die Erkenntnisse halfen bei der Entwicklung eines Systems, das die Ladeleistung von Netzbegrenzungen entkoppelt. Die ADS-TEC ChargePost funktioniert bereits mit einem Anschluss von nur 22 bis 87 kW, liefert aber dennoch die volle Ladeleistung.
Das System lässt sich nahtlos in bestehende Energie- und Gebäudemanagement-Plattformen integrieren. Dadurch ist eine zentrale Steuerung möglich, was die Überwachung und Anpassung der Abläufe vor Ort deutlich vereinfacht.
Das Projekt beweist, dass Schnellladestationen auch mit schwachen Netzanschlüssen effizient betrieben werden können. Durch den Einsatz von Batteriespeichern und intelligentem Energiemanagement hält der Standort in Regensburg eine hohe Leistung bei geringeren Kosten aufrecht. Die Technologie könnte den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vorantreiben – ohne teure Netzausbau-Maßnahmen.






