Bayern revolutioniert Netzanschluss für Erneuerbare-Energien-Projekte mit neuem Pilotportal
Mia SchmittBayern revolutioniert Netzanschluss für Erneuerbare-Energien-Projekte mit neuem Pilotportal
Pilotprojekt soll Anschluss von Erneuerbare-Energien-Projekten in Bayern revolutionieren
Ein neues Pilotvorhaben könnte die Art und Weise verändern, wie Erneuerbare-Energien-Projekte in Bayern an das Stromnetz angebunden werden. Die Netzbetreiber LEW Verteilnetz (LVN) und Bayernwerk Netz, beide Teil des E.ON-Konzerns, starten ein Online-Portal, über das Projektentwickler zusätzliche Netzkapazitäten beantragen können. Ziel der Initiative ist es, den Netzanschluss zu beschleunigen, indem Betreiber verfügbare Kapazitäten proaktiv verteilen.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen 80 Megavoltampere (MVAr) – etwa 80 Megawatt (MW) – an zusätzlicher Leistung, die durch einen neuen Transformator im Umspannwerk Balzhausen im Landkreis Günzburg bereitgestellt werden. Diese Extra-Kapazität soll bis Ende 2025 verfügbar sein. Parallel dazu errichtet Bayernwerk in Niederviehbach ein neues Umspannwerk, um die Netzleistung weiter zu erhöhen.
Die Bewerbungsphase läuft in zwei Stufen ab: Eine Frühbucher-Frist ist vom 7. bis 14. Januar 2023 geöffnet, gefolgt von einer allgemeinen Einreichungsphase ab dem 14. Januar. Das Portal für die Balzhausen-Kapazität bleibt vier Wochen lang oder bis zur Ausschöpfung der verfügbaren Leistung zugänglich.
Ab dem 7. Januar finden Entwickler alle Projektdetails sowie den Link zum Bewerbungsportal auf der dafür eingerichteten Website. LVN wird die Antragsteller innerhalb von zehn Tagen über den Erfolg ihrer Bewerbung informieren. Wer eine Zusage erhält, kann die Netzanbindungskapazität für zwölf Monate reservieren lassen.
Mit diesem „Plug-and-Feed“-Ansatz vollzieht sich ein Wandel in der Verwaltung von Netzanschlüssen: Statt auf Anfragen zu warten, weisen Netzbetreiber verfügbare Kapazitäten aktiv an Projektierer zu.
Das neue System soll die Anbindung von Erneuerbare-Energien-Projekten vereinfachen. Erfolgreiche Bewerber erhalten für ein Jahr reservierte Kapazitäten, während die zusätzlichen 80 MVAr voraussichtlich Ende 2025 in Betrieb gehen. Das Pilotprojekt könnte einen Präzedenzfall für schnellere und effizientere Netzanschlüsse in Zukunft schaffen.






