Bayerns Pionierprojekt: Erstes Wasserstoffnetz in Hohenwart geht ans Netz
Claudia SchmitzBayerns Pionierprojekt: Erstes Wasserstoffnetz in Hohenwart geht ans Netz
Wasserstoff statt Erdgas: Bayerns Vorzeigeprojekt in Hohenwart
In Hohenwart in Bayern wird ein lokales Gasnetz nun vollständig mit Wasserstoff betrieben. Im Rahmen des Projekts H2Direkt gelang es, die bestehende Infrastruktur erfolgreich auf die Versorgung mit sauberer Energie umzustellen. Zehn Haushalte und ein Unternehmen beziehen seitdem Wasserstoff über das umgerüstete Netz.
Für die Umstellung wurden herkömmliche Heizsysteme durch moderne Wasserstoff-Brennwertkessel ersetzt. Zudem entstand vor Ort eine Anlage, die den Wasserstoff bereitstellt und in das Netz einspeist. Das Vorhaben ist Teil des Leuchtturmprojekts TransHyDE, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.
Fachleute aus der Branche zeigen sich beeindruckt: Michael Schneider, Geschäftsführer der Energienetze Bayern, betonte den praktischen Erfolg des Projekts und dessen Potenzial für eine flächendeckende Netznachrüstung. Auch Marcus Böske, Geschäftsführer bei Energie Südbayern, äußerte sich positiv über die Ergebnisse. Kürzlich wurde das Projekt mit dem VKU-Innovationspreis 2025 in der Kategorie "Kommunale Energiewirtschaft" ausgezeichnet. Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga, würdigte die Anerkennung als wichtigen Meilenstein.
Die Umrüstung beweist, dass bestehende Gasnetze für grüne Gase wie Wasserstoff nutzbar gemacht werden können – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung.
H2Direkt setzt damit ein Zeichen für Deutschlands Wandel hin zu einer Wasserstoffwirtschaft. Durch die Nutzung alter Infrastruktur zeigt das Projekt einen praktikablen Weg zur Emissionsreduktion auf. Der Erfolg in Hohenwart könnte Schulbeispiel für ähnliche Umstellungen im ganzen Land werden.






