BMW-Aktionäre fordern mehr Tempo bei der Elektromobilität und hinterfragen Diesel-Dominanz
Niklas MeyerBMW-Aktionäre fordern mehr Tempo bei der Elektromobilität und hinterfragen Diesel-Dominanz
BMWs Hauptversammlung offenbart wachsende Bedenken zur Elektromobilitätsstrategie
Die diesjährige Hauptversammlung von BMW hat die zunehmenden Sorgen über das Tempo der Elektromobilitätsstrategie des Konzerns deutlich gemacht. Aktionäre hinterfragten das Engagement des Unternehmens für nachhaltige Antriebe, während gleichzeitig Führungswechsel und operative Updates thematisiert wurden.
Kritik gab es vor allem an der verlangsamten Entwicklung im Bereich Elektrofahrzeuge. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warnte, BMW riskiere, im Wettbewerb zurückzufallen, wenn es seine Bemühungen im Bereich E-Mobilität nicht beschleunige. Vorstandschef Harald Krüger betonte daraufhin, die Elektromobilität bleibe für das Unternehmen oberste Priorität.
Der Aufsichtsrat kündigte zudem einen Wechsel in der Führung an: Dr. Heinrich Hiesinger übernimmt den Posten von Professor Henning Kagermann, der nach Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren ausschied. Hiesinger, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp, bringt neue Impulse in die Position ein.
BMW bestätigte außerdem die Übernahme von Grohmann Engineering von Tesla. Die Vereinbarung umfasst Garantien zum Schutz von Betriebsgeheimnissen und erfüllt alle vertraglichen Verpflichtungen. Trotz der Unsicherheiten durch den Brexit versicherte das Unternehmen, seine britischen Aktivitäten unverändert fortzuführen. Auch der Bau des neuen Werks in Mexiko werde wie geplant vorangetrieben – mit Vorsorgemaßnahmen für mögliche Änderungen der US-Handelspolitik.
Die Verkaufszahlen zeigen, dass Diesel-Fahrzeuge in Deutschland weiterhin dominieren: Sie machten 64 Prozent von BMWs Absatz aus. Weltweit lag der Diesel-Anteil im ersten Quartal bei 37 Prozent, wobei in Europa ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Aktionäre äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der langfristigen Beauftragung der Prüfungsgesellschaft KPMG und hinterfragten deren Neutralität.
Die Versammlung unterstrich die Spannungen zwischen BMWs aktuellem Fokus auf Diesel und seinen langfristigen Elektroambitionen. Führungswechsel und strategische Übernahmen deuten auf eine Neuausrichtung des Konzerns hin. Die Aktionäre werden die nächsten Schritte zur Beschleunigung der nachhaltigen Mobilität mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.
