Bosnische Familie Hastor baut heimlich 20-Prozent-Beteiligung an Grammer auf
Tim KellerBosnische Familie Hastor baut heimlich 20-Prozent-Beteiligung an Grammer auf
Die bosnische Familie Hastor hat sich einen bedeutenden Anteil am bayerischen Automobilzulieferer Grammer aufgebaut. Ihre kombinierten Beteiligungen übersteigen mittlerweile 20 Prozent des Unternehmens. Dies folgt auf einen deutlichen Anstieg des Grammer-Aktienkurses, der allein in diesem Jahr um 75 Prozent gestiegen ist.
Die Investitionen der Familie sind auf verschiedene Gesellschaften verteilt. Vater Nijaz Hastor hält über seine Firma Halog 10,2 Prozent. Seine Söhne Damir und Kenan haben ihre Anteile separat über die Cascade International Investment auf knapp über 10 Prozent verdoppelt. Gemeinsam zählen diese Beteiligungsgesellschaften damit zu den größten Aktionären von Grammer.
Grammer, das Innenausstattungen für Pkw und Sitze für Nutzfahrzeuge herstellt, verzeichnet einen starken Kursanstieg. Die wachsende Einflussnahme der Familie Hastor erfolgt ohne direkte Absprache mit der Unternehmensführung. Die Grammer-Spitze zeigt sich unbeeindruckt und gibt an, keine Kenntnis von weiteren Plänen der Familie für zusätzliche Aktienkäufe zu haben.
Durch ihre Investitionsstruktur können die Hastors ihre Anteile unabhängig ausbauen, ohne dabei eine Pflichtangebot für eine Übernahme auszulösen. Bekannt wurde die Familie in Deutschland bereits 2016, als ein weiteres Zulieferunternehmen in ihrem Netzwerk, Prevent, vorübergehend die Lieferungen an Volkswagen einstellte.
Der gemeinsame Anteil der Familie Hastor an Grammer liegt nun bei über 20 Prozent. Ihre Investitionen fallen mit einem deutlichen Kursaufschwung des Unternehmens zusammen. Grammer operiert weiterhin ohne Klarheit über die langfristigen Absichten der Familie in Bezug auf ihre Beteiligungen.






