Bundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – was jetzt passiert
Claudia SchmitzBundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – was jetzt passiert
Bundespolizei droht Ausfall von Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Ein gescheiterter Beschaffungsauftrag bringt Beamte 2023 in die Gefahr, wichtige Ausrüstung zu verlieren. Die Situation wirft Fragen zur Beweissicherung und zur Sicherheit der Einsatzkräfte auf.
Die Bundespolizei hatte 5 Millionen Euro für die Ausschreibung von 2.500 neuen Körperkameras eingeplant – mit Option auf weitere 1.500 Geräte. Doch das Verfahren scheiterte, nachdem zusätzliche Anforderungen wie austauschbare Akkus das Angebot für Lieferanten unattraktiv machten. Zudem kündigte der aktuelle Hersteller an, die Unterstützung für die bestehenden Modelle einzustellen.
Nun hoffen die Behörden auf eine vorübergehende Verlängerung des Service durch den Lieferanten, was jedoch Millionenkosten verursachen würde. Besonders problematisch: Einige Kameramodelle sind nahtlos mit den Tasern der Polizei kompatibel, was ihren Austausch noch dringlicher macht. Körperkameras haben sich bereits bewährt, um in angespannten Situationen – etwa an stark frequentierten Bahnhöfen – zu deeskalieren und sind unverzichtbar, um Beweismaterial bei aggressiven Vorfällen festzuhalten.
Ohne schnelle Lösung könnten Beamte ab dem nächsten Jahr ohne einsatzfähige Körperkameras auskommen. Das Bundesinnenministerium steht unter Druck, die Versorgungslücke zu schließen, bevor die aktuelle Unterstützung ausläuft. Das Scheitern der Ausschreibung hat die Polizei in eine schwierige Lage gebracht.
