Bundesregierung verzichtet auf neues Tierwohl-Förderprogramm für Viehbetriebe
Mia SchmittBundesregierung verzichtet auf neues Tierwohl-Förderprogramm für Viehbetriebe
Die deutsche Bundesregierung wird kein neues Bundesförderprogramm für Viehbetriebe zur Verbesserung der Tierwohlstandards auflegen. Stattdessen sollen die Mittel ab September über ein bestehendes Förderinstrument verteilt werden. Die Entscheidung stößt sowohl bei der Opposition als auch innerhalb der Koalition auf Kritik.
Das Budget von 907 Millionen Euro der "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) wird künftig auch höhere Tierwohlmaßnahmen abdecken. Ab September sind dafür speziell 150 Millionen Euro vorgesehen. Das GAK-System bündelt Bundes- und Landesmittel, was Behörden als effizientere Nutzung der begrenzten Ressourcen begründen.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) lehnte Forderungen des Haushaltsausschusses ab, ein separates Bundesprogramm für die Umrüstung von Ställen zu schaffen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass es kein zusätzliches Geld für eine eigenständige Initiative außerhalb der GAK gebe. Ein neues Bundesprogramm würde zudem eine stabile Finanzierung, Änderungen im Bau- und Emissionsrecht sowie den Abschluss der Reform des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes erfordern.
Der Haushaltsausschuss drängt auf strengere Kontrollen bei der Verteilung der GAK-Mittel auf die Länder. Sein jüngster Vorstoß, vor Entscheidungen des Planungsausschusses für Agrarstruktur und Küstenschutz (Planak) konsultiert zu werden, wurde jedoch als thematisch unabhängig von der GAK-Debatte eingestuft. Unterdessen kritisierte der grüne Berichterstatter Leon Eckert die Vorgehensweise der Regierung scharf und behauptete, selbst Koalitionspartner seien mit dem Kurs des Ministers unzufrieden.
Öffentlich zugängliche Daten, die die tatsächlichen Ausgaben für die Förderung des Tierwohls in den vergangenen fünf Jahren mit den geplanten Budgets vergleichen, gibt es nicht. Ebenso fehlen Vergleichszahlen zur GAK-Förderung über verschiedene Zeiträume hinweg.
Die Entscheidung der Regierung bedeutet, dass Viehbetriebe, die höhere Tierwohlstandards umsetzen wollen, ab September auf GAK-Mittel angewiesen sind. Die 150 Millionen Euro werden aus dem bestehenden 907-Millionen-Euro-Budget bereitgestellt. Kritiker werfen der Regierung mangelnde Transparenz vor, während die Verantwortlichen betonen, dass so die verfügbaren Mittel optimal genutzt würden.






