Christian von Stetten: Der unangepasste CDU-Rebell mit Machtinstinkt
Christian Freiherr von Stetten ist seit 2002 direkt gewählter CDU-Abgeordneter im Bundestag. Er vertritt den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe, den er bei jeder Wahl direkt gewann – zuletzt 2025 mit 36 Prozent der Stimmen.
Der gelernte Kaufmann und Betriebswirt führt als Vorsitzender den Wirtschaftsausschuss des Bundestags. Zudem leitet er die Parlamentariergruppe Mittelstand. Besonders während der Eurokrise festigte er seinen Einfluss und positionierte sich als klarer Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels seiner Partei.
2021 forderte er nach der Bundestagswahl öffentlich den Rücktritt der gesamten CDU-Führung. In der Koalitionspolitik äußert er sich regelmäßig kritisch: In einem Positionspapier kritisierte er das Bündnis der Union mit der SPD und argumentierte, CDU/CSU und SPD seien aufgrund grundlegender Unterschiede in Reform- und Politikfragen nicht regierungsfähig.
Von Stetten hat zentrale politische Wechsel miterlebt – von der Ära Angela Merkel über die Ampelkoalition bis zur Regierung unter Friedrich Merz. Letztere sagte er eine frühe Zerreißprobe voraus und prognostizierte, sie werde keine volle Legislaturperiode halten. Neben seiner politischen Laufbahn ist er als Schlossherr von Burg Stetten bekannt, einer historischen Festung im Hohenlohekreis in Nordostwürttemberg.
Seine langjährige Parlamentsarbeit zeigt sowohl politische Standfestigkeit als auch die Bereitschaft, innerparteiliche Linien infrage zu stellen. Als prägende Stimme in wirtschafts- und koalitionspolitischen Debatten bleibt von Stetten eine der einflussreichsten Figuren der deutschen Politik – unterstrichen durch seine direkten Wahlkreiserfolge und Führungsrollen.






